Die pfälzische Auswanderung nach Irland

1. Einleitung

Im Rahmen der ersten pfälzischen Massenauswanderung, die vor etwas mehr als 300 Jahren im Kontext des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) begann, gelangte auch eine beachtliche Anzahl an ‚Palatines‘ – wobei es sich nicht immer um Pfälzer handelte – nach Irland. Um diese mehr als zweitausend Siedler, deren staatlich geplante und geförderte Ansiedlung vor dem Hintergrund der damals schon traditionellen englischen Ansiedlungspolitik im mehrheitlich katholischen Irland zu sehen ist, soll es in diesem Beitrag gehen. Zunächst wird zur besseren Einordnung in den historischen Kontext die Geschichte Irlands unter englischer Vorherrschaft thematisiert. Ein weiteres Kapitel widmet sich der unmittelbaren Vorgeschichte und den ersten Ansiedlungen. Im Anschluss wird es um die pfälzische Massenauswanderung von 1709 gehen, in deren Folge einige Auswanderer nach Irland geschickt wurden. In den letzten beiden Kapiteln wird dann die weitere Entwicklung der pfälzischen Siedlungen skizziert.

2. Geschichte Irlands bis zur Herrschaft Heinrichs VIII. im 16. Jahrhundert

Irland in seiner Randlage gegenüber dem europäischen Festland, von dem es von Großbritannien abgeschirmt wird, hatte schon zuvor ‚Fremdherrschaft‘ erlebt. Die Gälen erreichten die Insel in vorchristlichen Jahrhunderten, anschließend errichteten die Wikinger im Frühmittelalter einige Siedlungen, darunter auch Dublin. Im 12. Jahrhundert kamen – zunächst als Verbündete in inneradeligen Auseinandersetzungen – die Normannen, die bereits England erobert hatten, auch nach Irland. Der englische König Heinrich II. errichtete in der Folge die ‚Lordschaft von Irland‘, welche jedoch keine zentrale Verwaltungsorganisation besaß. Die normannischen Vasallen unterwarfen bis zum 14. Jahrhundert durch private Eroberungszüge etwa zwei Drittel Irlands. Da die Anglo-Normannen jedoch eine Minderheit bildeten, passten sie sich in der Folge ihrer Eroberung recht häufig den irischen Gebräuchen an. [Anm. 1]

Im gesamten Mittelalter, vor allem aber im Spätmittelalter, hatte die irische Politik für die englischen Könige, aber auch die Adligen, die sowohl in England als auch in Irland Land besaßen, nur untergeordnete Bedeutung, so dass es den Iren gelang, den Einfluss der englischen Krone zurückzudrängen. Irland hatte in Konflikten eine Randlage als bedrohte englische Kolonie, auf deren Herrschaft der König zwar immer formell Anspruch erhob, aber nicht bereit war, ihn wirkungsvoll durchzusetzen. Zum Regierungsantritt Heinrichs VIII. war der ‚englische Bezirk‘, den die Engländer direkt beherrschten, deshalb auf einen schmalen Küstenstreifen an der Ostküste beschränkt.[Anm. 2]

Während der Herrschaft Heinrichs VIII. rückte Irland wieder mehr in den Mittelpunkt der englischen Politik. Der Graf von Desmond verhandelte mit den Feinden Heinrichs, zunächst dem französischen König, dann 1528 mit Kaiser Karl V., über ein Bündnis. Auch wenn dies zunächst folgenlos blieb, konnte die Tudor-Dynastie nicht zulassen, dass aus der fast unabhängigen Nachbarinsel ein Stützpunkt ihrer Feinde wurde. Außerdem kam es 1534 zu einem Aufstand, der mit einer kurzen Unterbrechung bis 1540 andauerte.[Anm. 3] Seine Herrschaft wollte Heinrich allerdings nicht auf militärischem, sondern auf diplomatischem Weg sichern. Hauptziel war, den Adel in direkte Abhängigkeit von seiner Person zu bringen. Er schloss nach Beendigung des Aufstands mit einer Reihe von irischen Stammesfürsten Verträge, die im Wesentlichen als Politik der „Unterwerfung und Belehnung“ bezeichnet werden können. 1541 verlieh ein einberufenes irisches Parlament Heinrich den Titel ‚König von Irland‘. Gleichwohl waren die ursprünglichen Konflikte und Schwierigkeiten dadurch nicht verschwunden.[Anm. 4] Unter Heinrichs Nachfolgern kam es immer wieder zu Aufständen. Auch die Reformation, die unter Heinrich VIII. zunächst noch formell akzeptiert worden war, barg erheblichen Konfliktstoff. Insgesamt konnte sich der Protestantismus in Irland nicht durchsetzen. Die einheimische Bevölkerung, ob nun alteingesessen oder im Mittelalter aus England zugewandert, blieb zumeist katholisch. Anders verhielt sich dies mit den neuen englischen Kolonisten, weshalb auch bald schon die Ansiedlungs- und Landfrage im Mittelpunkt der englisch-irischen Auseinandersetzungen stand.

3. Die Ansiedlungen und der konfessionelle Gegensatz

Bereits unter den Königinnen Mary und Elisabeth gab es erste Ansiedlungsversuche, wobei das Ziel der Bemühungen der Austausch loyaler englischer Siedler mit rebellischen Iren war. Nach den immer wiederkehrenden lokalen Aufständen wurde zumeist ein Teil des Landes eingezogen und sollte über vermittelnde Käufer an englische Siedler ausgegeben werden. Diese vermittelnden Käufer und Käufergruppen hatten jedoch hauptsächlich finanzielle Gewinne im Blick, so dass sie zur schnellen Generierung von Erträgen das Land an die ja bereits im Land befindlichen Iren ausgaben und die Projekte – zumindest was die politischen Zielsetzungen betraf – somit scheiterten.[Anm. 5]

1595 begann der Aufstand Hugh O'Neills, dessen erste Erfolge Erhebungen in großen Teilen der Insel auslösten. Einige einflussreiche Familien, ebenso wie Teile der „Rekusanten“[Anm. 6] blieben der Krone jedoch treu. Der Aufstand O'Neills endete 1603 mit seiner Kapitulation. Die Eroberung Irlands durch die Engländer war mit diesem Sieg vorläufig abgeschlossen. Das soziale und politische Gefüge des gälischen Irlands hatte sich aufgelöst. „An Stelle der Stammesführer und der Verbindlichkeit des bretonischen Rechts[Anm. 7] standen nun Zentralregierung in Dublin und das Common Law.“[Anm. 8] Gleichzeitig hatte sich jedoch der religiöse Konflikt verhärtet, wie vor allem auch die Ansiedlungen in der Folgezeit zeigen sollten.

Sowohl James I. als auch seine Nachfolger griffen wieder auf dieses Mittel zurück, da damit sowohl die Kroneinkünfte gesteigert als auch eine protestantische Mehrheit im irischen Parlament gesichert werden konnte. Da nur Protestanten angesiedelt werden sollten, geriet der konfessionelle Gegensatz in direkten Zusammenhang mit der Frage der Landverteilung. Die Fehler der frühen Ansiedlungen unter Mary und Elisabeth wurden aber teilweise wiederholt. Das eingezogene Land ging an Unternehmer, die häufig nicht vor Ort waren und größtmögliche Profite erzielen wollten. So war den Ansiedlungen zunächst kein durchschlagender Erfolg beschieden.

Als 1641 ein weiterer Aufstand ausbrach, stand die Kolonisationsfrage bereits im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Vor allem im Norden erhoben sich die alteingesessenen Bewohner gegen die protestantischen Kolonisten, wobei es insgesamt drei Gruppen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Zielen gab: Die alteingesessenen Iren hatten wenig zu verlieren, da sie einen großen Teil ihres Landes bereits verloren hatte. Die katholischen Anglo-Iren[Anm. 9], die bereits seit Generationen in Irland lebten, fürchteten die Herrschaft des radikalprotestantischen „Langen Parlaments“ und damit um ihre Tolerierung und schlossen sich zumeist den Aufständischen an. Da sie allerdings zumeist Gutsbesitzer waren, mussten sie bei einer Niederlage um ihren Besitz fürchten und waren dementsprechend prinzipiell kompromissbereit. Die letzte Gruppe wiederum stellten die protestantischen Neusiedler.  Der Aufstand dauerte bis etwa 1652. Der Rückeroberung der Insel folgten radikale Verschiebungen der Besitzverhältnisse. Fast jeder irische Grundherr wurde zum Rechtsbrecher erklärt und es wurde ihm befohlen, nach Connaught oder Clare überzusiedeln. Das Land wurde an protestantische Neusiedler vergeben.[Anm. 10] Diese Umschichtung der Besitzverhältnisse blieb auch in der ‚Restaurationszeit‘ von 1660 bis 1691 ein beherrschendes Thema. Die irischen Grundherren verlangten nach Entschädigung oder Wiedereinsetzung, die auch teilweise, wenn auch in eher geringem Umfang, durch königliche Gnadenerweise erfolgte. Gerade die Katholiken unter ihnen wurden dabei allerdings am wenigsten berücksichtigt.[Anm. 11]   

Während der „Glorreichen Revolution“ (1688-1691) kam es erneut zu großen Umwälzungen in Irland. Viele Protestanten flohen. Ein katholisches irisches Parlament stellte daraufhin die Weichen für eine Wiederherstellung der Rechtslage von vor 1641. 1690/1 setzte sich jedoch schließlich Wilhelm III. von Oranien durch. Enteignungen reduzierten den Landbesitz der katholischen Grundbesitzer daraufhin auf etwa sechs bis sieben Prozent der Fläche Irlands.[Anm. 12] Durch die Gesetze der Jahre 1702 und 1703 wurde zudem dem Landerwerb durch Katholiken ein Riegel vorgeschoben: Sie konnten nicht nur kein Land erwerben, sondern hatten auch einen höheren Pachtzins und kürzere Pachtzeiten in Kauf nehmen. Erbansprüche von Protestanten sollten denjenigen der Katholiken vorgehen.[Anm. 13]

4. 1709: Die pfälzische Massenauswanderung

Unter anderem jener Wilhelm III. von Oranien war es auch, der im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688/89-1697) gemeinsam mit seinen Bündnispartnern den Heeren Ludwigs XIV. entgegentrat. Im Zuge dieses Krieges litt die Kurpfalz unter großen Zerstörungen. Die Städte Heidelberg, Mannheim, Speyer, Worms und Alzey wurden geplündert und gebrandschatzt, ebenso das Umland. Kaum vier Jahre nach Ende dieses Krieges brach der Spanische Erbfolgekrieg (1701-1714) aus. Diesmal war die Pfalz zwar weniger Schlachtfeld, litt aber vielmehr unter den ihr aufgelegten Kontributionen. Der strenge Winter des Jahres 1708/09, ebenso wie Seuchen und Missernten, trieben zahlreiche Bewohner an den Rand des Ruins.

Als ein Pfarrer aus dem Kraichgau eine Werbeschrift[Anm. 14] zur Auswanderung in die englischen Kolonien Nordamerikas in Umlauf brachte, fiel dieser Vorstoß daher auf fruchtbaren Boden. Eine erste  Gruppe um jenen Pfarrer hatte bereits 1708 von der englischen Königin Anne die Erlaubnis zur Ansiedlung in der Kronkolonie New York erhalten. Im Folgejahr trafen rund 13000 Menschen – viele aus der Pfalz[Anm. 15] – in England ein.[Anm. 16]

 

5. Die Ansiedlung der Pfälzer in Irland

5.1. Der Beginn der Ansiedlungen 1709/10

Die Anzahl der eingetroffenen Pfälzer hatte die englische Regierung überrascht. Es waren wesentlich mehr Siedler gekommen, als man erwartet hatte. Wie sollte nun aber mit den verbliebenen Auswanderern, die noch immer in London campierten, verfahren werden? 3600 von ihnen konnten in die englischen Kolonien in Nordamerika, namentlich New York und Carolina, gebracht werden. Für die restlichen verbliebenen sondierte man andere Möglichkeiten. Pläne, die Pfälzer am Rio de la Plata, auf den Kanarischen Inseln, oder auf den westindischen Inseln Neris und St. Christopher anzusiedeln, wurden jedoch als undurchführbar verworfen.[Anm. 17] Letztendlich verfuhr man unterschiedlich: Einige verblieben in England, Katholiken wurden fast alle wieder in ihre alte  Heimat zurückgeschickt, während man zahlreiche[Anm. 18] Protestanten nach Irland schickte. Dies hatte der geheime Staatsrat von Irland, wohl auf Initiative des dortigen Statthalters der Krone Thomas Wharton, vorgeschlagen um das protestantische Element auf der Insel zu stärken.[Anm. 19]

Eine zehnköpfige Kommission sollte die Ansiedlung in Irland koordinieren, die zunächst 500 Familien umfassen sollte. Schon Anfang August begannen die Überfahrten von Chester nach Dublin, die allein im September 798 Familien mit 2971 Personen nach Irland brachten.

Für das Projekt wurden jedoch große Geldsummen benötigt, weshalb das irische Unterhaus in einer Bittschrift an die englische Königin Anne um finanzielle Unterstützung warb. Diese wurde zunächst auch in Höhe von jährlich 5000 Pfund für drei Jahre gewährt. Die mittlerweile umbesetzte und auf 37 Personen erweiterte Kommission wandte sich nun an die Grundbesitzer, um die Auswanderer unterzubringen. Die Pfälzer sollten dabei als Pächter auf Lebenszeit oder als einfache Pächter mit einer Pachtzeit von mindestens 21 Jahren übernommen werden. Die Kommission warb dafür mit einer Stärkung des Protestantismus und damit auch der Sicherheit der Grundbesitzer. Nicht zuletzt lockte auch ein Geldzuschuss. Diese Werbung zeitigte so große Erfolge, dass am Ende die Siedler verlost wurden. Man teilte 538 Familien mit insgesamt 2098 Personen auf 43 Grundherren, wobei die Größe der einzelnen Ansiedlung zwischen einer und 56 Familien variierte, auf. Ein knappes Drittel der Pfälzer verblieb jedoch in Dublin, wo viele bei dortigen Bauarbeiten beschäftigt wurden.[Anm. 20]

Das ganze Ansiedlungsprojekt erwies sich jedoch bald als teurer als gedacht. Die von der Königin zu Verfügung gestellten Mittel waren schneller aufgebraucht als die Planungen es vorsahen, und die Pfälzer konnten sich auf ihrem neuen Land noch nicht selbst versorgen. Zudem drängten die Grundherren – wie schon bei vorangegangenen Projekten, die deshalb auch gescheitert waren – darauf, möglichst bald Pachtgelder von den neuen Siedlern einzunehmen. Die Kommission bat deshalb um 40 Schilling jährlich für den Zeitraum von 21 Jahren. Ihr Gesuch vom Juli 1710 wurde jedoch in England nicht beantwortet, da dort gerade ein Regierungswechsel stattgefunden hatte. Unter anderem war auch der Statthalter Wharton ersetzt worden. Erst 1712 erfolgte eine Reaktion der Krone, wobei 40 Shilling jährlich für vorerst 7 Jahre bewilligt wurden.[Anm. 21]

 

5.2. Die Rückwanderungen: 1710/11

Zu dieser Zeit war es schon fast zu spät, da eine massenhafte Rückwanderung eingesetzt hatte. Ein Bericht der Kommission vom Dezember 1710 stellte fest, dass 232 Familien Irland wieder verlassen hätten.[Anm. 22] Die Kommission und die Grundherren beklagten sich über die Pfälzer, die sich trotz der Unterhaltszahlungen einfach davongemacht hätten. Ein anderes Bild zeichneten dagegen die Pfälzer selbst, die zum Teil angaben, extrem hart behandelt zu werden und dass – was nicht unwahrscheinlich ist – ihnen von den Landbesitzern das Unterhaltsgeld vorenthalten werde. Weiter hieß es in einem Bericht der Kommission von 1711, die Pfälzer hätten sich falsche Vorstellungen von Irland gemacht und seien von böswilligen und aufrührerischen Personen unter ihnen aufgehetzt worden. Von vielen habe man den Eindruck gewonnen, sie wollten den Krieg in ihrer Heimat auf Kosten der Krone aussitzen, nur um dann zurückzukehren.[Anm. 23]

Nichtsdestotrotz wollte die Kommission der Entwicklung entgegenwirken. Sie schlug vor, weiterhin Vieh, Pferde und Zubehör für die Siedler bereitzustellen und ihnen auch Unterhalt zu zahlen, sie allerdings durch Verträge auch zum Bleiben zu verpflichten. Wer diese Verpflichtung nicht eingehen wolle, solle in sein Heimatland oder an einen anderen Ort geschickt werden.[Anm. 24]

Gleichwohl schien die Entwicklung kaum noch aufzuhalten, da die Frage der Einwanderungspolitik auch zunehmend politisch instrumentalisiert wurde, unter Ausnutzung der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Durchführung des Projektes. Andere beschwerten sich wiederum über die „schmutzigen Gewohnheiten“ der Pfälzer. Im November 1711 befanden sich nur noch 312 Familien in Irland, weniger als die Hälfte der ursprünglichen Zahl.[Anm. 25]

Mit Blick auf die Auswanderung nach Osteuropa in einem ähnlichen Zeitraum ist jedoch festzustellen, dass die massenhafte Ab- oder Rückwanderung in der ersten Auswanderergeneration keine Seltenheit ist. Neben Bauern kamen teilweise auch reine Handwerker und Abenteurer mit den Siedlern, was nach ersten Fehlschlägen zur schnellen Abwanderung führte. Zudem hatten die Auswanderer die Erwartung gehabt, nach Nordamerika und nicht nach Irland zu gelangen, wobei ihnen ein paradiesisches Bild der ‚Neuen Welt‘ suggeriert worden war. Diese Erwartung wurde nun in Irland, wo sie nur Pächter, nicht Eigentümer waren, enttäuscht. Zuletzt können auch die rein lokalen Bedingungen für die Ansiedlung als mögliche Ursachen für die zahlreichen Rückwanderungen genannt werden. Die Pfälzer kamen in eine ihnen fremde Umgebung mit einer fremden Sprache. Durch die Aufteilung auf zahlreiche Grundherren waren auch die einzelnen Siedler räumlich sehr stark voneinander getrennt. Die spätere Ansiedlung in größeren Gruppen sollte zeigen, dass dieser Weg mehr Aussicht auf Erfolg bot.[Anm. 26]

 

5.3. Konsolidierung auf niedrigem Niveau 1712-1720

Durch die Initiative eines einzelnen Adligen – und durch die bereits erwähnte Genehmigung des Zuschusses von 40 Shilling für die Dauer von sieben Jahren 1712 – schien noch einmal Leben in das Ansiedlungsprojekt zu kommen. Sir Thomas Southwell hatte auf seinen Ländereien in der Grafschaft Limerick zehn Familien untergebracht, von denen noch keine abgereist war.[Anm. 27] Nun lud er alle verbliebenen Familien auf sein Gut ein. Diesem Ruf leisteten zahlreiche Pfälzer Folge, so dass deren Zahl auf mindestens 130 – andere Quellen sprechen von insgesamt 140 – Familien anstieg. 1713 vermeldete die Kommission ihren scheinbaren Erfolg: Es seien insgesamt 263 Familien auf Bauernstellen angesiedelt worden, die sich nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten auf dem Weg der Besserung befänden. In einer Bittschrift von 1715 war die Zahl der Pfälzer jedoch weiter geschrumpft, auf nunmehr 213 Familien.[Anm. 28]

Ein wichtiges Anliegen der Ansiedlungskommission war von Anfang an die finanzielle Unterstützung des Projektes durch die Krone gewesen. Statt eines Zuschusses über 21 Jahre waren jedoch zunächst nur sieben Jahre bewilligt worden. Nachdem die gebliebenen Pfälzer Siedler jedoch 1715 eingebürgert worden waren, und eine Eingabe 1716 um die Fortzahlung der Subventionen bat, wurde schließlich 1718 die Weiterführung der Zahlung des Zuschusses genehmigt, und zwar für 14 Jahre, beginnend mit dem 28. März 1719. Eine Zählung ergab jedoch, dass nur noch 184 Familien im Lande waren, sich somit die Zahl noch weiter verkleinert hatte. Insgesamt zeigte sich, dass die Ansiedlung einer nur geringen Zahl von Pfälzern an einem Ort niemals als dauerhaft erwies. „Diese kleinen Minderheiten wurzelten in der Regel nicht ein, nahmen vielmehr gern die Gelegenheit wahr, in die Umgebung ihrer Landsleute zu kommen.“[Anm. 29] Nur zwei Ansiedlungen hatten wirklich bestand: Diejenige auf dem Grundbesitz Southwells in der Grafschaft Limerick, und eine Ansiedlung von 35 Familien in der Grafschaft Wexford, die jedoch bis 1853 durch die Weiterwanderung nach Nordamerika beinahe vollkommen verschwunden war.[Anm. 30]

6. Die Pfälzer in der Grafschaft Limerick im 18. und 19. Jahrhundert

6.1. Die ersten Siedlungen

Die Siedlungen in der Grafschaft Limerick entstanden als Neugründungen um den Ort Rathkeale herum. Sie hießen Ballingarrane (1712: 50 Familien), Killeheen (1712: 25 Familien), Courtmatrass (1711: 30 Familien) und Castlematrass (1711: 30 Familien). Der Wert von Land war in den vorangegangenen Jahren erheblich zurückgegangen, was zur Folge hatte, dass viele Pachtstellen unbesetzt geblieben waren. Die freien Pachtstellen rund um Rathkeale wurden nun von den Pfälzern besetzt. 1720 verzeichnete eine Liste 103 Pfälzer Familien in den vier Siedlungen.[Anm. 31]

Die genaue Herkunft dieser Siedler in der Grafschaft Limerick ist nicht vollständig zu klären, da die englischen und irischen Akten keine Angaben zum Herkunftsort machten. Zudem bezeichnete der Begriff ‚Palatines‘, welcher zumeist verwendet wird, oft nicht nur die Kurpfälzer, sondern schlechthin alle Bauern und Handwerker aus dem deutschen Sprachraum. Die ‚Palatines‘ in Limerick stammten wohl hauptsächlich aus der Pfalz und Schwaben. Daneben waren wohl auch Siedler aus Hessen-Nassau sowie Deutsche hugenottischer Abstammung unter den Auswanderern. Mehrere Siedler stammten aus dem Raum Alzey, nämlich aus Undenheim, Framersheim und Stein-Bockenheim. Mindestens eine Familie kam aus Assenheim (heute Hochdorf-Assenheim). Ein Siedler aus Mutterstadt ging zunächst nach Irland, kehrte jedoch 1711 zurück und tauchte 1730 als Passagier auf dem Schiff „Thistle of Glasgow“ auf, mit dem er nach Philadelphia fuhr.[Anm. 32]

Wie Rüdiger Renzing skizziert hat, gibt es einige Parallelen der Ansiedlung um Rathkeale zu den zahlreichen Ansiedlungen in Osteuropa sowie in Nord- und Südamerika. Die Stammsiedlung, d.h. die Siedlung, deren Bewohner unmittelbar aus Deutschland kamen, hat zunächst – etwa zwei Jahrzehnte lang – mit Rückschlägen zu kämpfen, die vor allem durch falsche Bebauung aufgrund der fehlenden Vertrautheit mit den Bodenverhältnissen entstehen. Außerdem ist sie von einer primitiven Wohnkultur, Krankheiten und Abwanderungen gezeichnet, allerdings auch durch eine hohe Geburtenrate. Nach diesen etwa 20 Jahren festigt sich die Kolonie, wobei jedoch Sesshaftigkeit und Verbundenheit mit der neuen Heimat noch gering sind. Der Bevölkerungsüberschuss der Kolonie, bei besseren Perspektiven auch der Grundbestand, wandert teilweise ab. Durch die Abwanderungen entstehen Tochtersiedlungen, wobei sich diese Tochtersiedlungen von  einfachen ‚Einsiedlungen‘ dadurch unterscheiden, dass sie durch eine geschlossene Aktion begründet werden. Die größeren pfälzischen Tochtersiedlungen entstanden nahe Kilfinnane und Adare, die wie die Stammsiedlungen in der Grafschaft Limerick lagen.[Anm. 33]

 

6.2. Die Tochtersiedlungen

Das Land der Kolonien im Raum Kilfinnane wurde vom Grundherren Silver Oliver bzw. dessen Vater Robert Oliver, den Nachkommen eines Angehörigen der Armee Oliver Cromwells, zu Verfügung gestellt. Die ersten Gründungen waren wohl die Ortschaften Ballyorgan und Ballyriggin im Jahre 1740. Erst später, etwa 1760, wurde das Dorf Glenosheen von Pfälzer Siedlern erbaut. Angeblich hatte Oliver in Glenosheen 66 Pfälzer Familien angesiedelt.[Anm. 34]

1776 wurde, durch den Grundherren Richard Quin, in der Umgebung von Adare, ebenfalls Grafschaft Limerick, eine weitere Tochtersiedlung gegründet. Diese bestand aus einigen Pachtstellen, die außerhalb des eigentlichen Dorfes als Einzelhöfe errichtet wurden. Angeblich wurden auf diesen Höfen 46 Familien angesiedelt.[Anm. 35]

Kleinere Tochtersiedlungen entstanden auch in Nachbarschaft der Stammsiedlung sowie außerhalb der Grafschaft Limerick. In Pallaskenry, das nur 4 Meilen von Ballingarrane entfernt liegt, wurden vor 1758 20 Familien angesiedelt. Auch in den Grafschaften Kerry (15 oder 16 Familien) und Tipperary kam es zur Gründung von Tochtersiedlungen. Diese kleineren Tochtersiedlungen, die zudem mitten in fremdem Gebiet lagen, lösten sich bald nach ihrer Gründung wieder auf. Die Pfälzer wanderten dann oft nach Nordamerika aus.[Anm. 36]

 

6.3. Wirtschaftliche Besonderheiten

Im Vergleich zu ihren irischen Nachbarn waren die Pfälzer Siedler vermögend. In England und Schottland war es Sache des Gutsherrn, vor der Verpachtung für ein geeignetes Bauernhaus und Nebengebäude zu Sorgen, wohingegen in Irland nur das Pachtland zu Verfügung gestellt wurde. Die Pfälzer hatten nun den Vorteil, dass durch Vorauszahlungen des Gutsherrn, wie im Falle Southwells, und durch die Subventionierung ihrer Ansiedlung durch die Krone die Ausgaben in Grenzen gehalten wurden.[Anm. 37] Neben den finanziellen Vorteilen bei der Ansiedlung hatten sie zunächst auch einen weiteren Vorteil: niedrigere Pachtzinsen sowie ein längere Pachtdauer. Allerdings wurden die Pachtgelder spätestens 1766 drastisch heraufgesetzt, von fünf Schillingen pro Acre (ca. 0,4 ha) auf 30. Dies verschlechterte auch die wirtschaftliche Lage der Pfälzer erheblich.[Anm. 38]

In den Anbaumethoden unterschieden sich die Pfälzer in mehreren Aspekten von ihren irischen Nachbarn. Größere Bedeutung sollte dabei die Vielseitigkeit der Wirtschaftsführung erlangen. Die Pfälzer betrieben nicht nur Viehwirtschaft, sondern in größerem Maße auch Ackerbau, wobei Getreide, Gemüse und Obst angebaut wurden. Diese Art der Wirtschaftsführung gewährte dann auch größeren Schutz gegenüber Ernteausfällen als eine einseitige Wirtschaftsführung, was sich insbesondere während der von der Kartoffelfäule ausgelösten Hungersnot der 1840er Jahre als entscheidender Vorteil erwies. Weder wirtschaftlich noch physisch litten die Pfälzer so stark wie die Iren, da die Kartoffel bei ihnen eher eine untergeordnete Rolle gespielt hatte.[Anm. 39]

 

6.4. Indikatoren der Bevölkerungsentwicklung

Die frühe Bevölkerungsentwicklung in den Siedlungen der Auswanderer kann am ehesten durch die Zahl der Freisassen bestimmt werden. Bis 1793 hatten nur protestantische Freisassen das aktive Wahlrecht. Nicht alle ‚Palatines‘ waren Freisassen, da für diesen Status gewisse vermögensrechtliche Voraussetzungen erfüllt werden mussten, wie z. B. ein langfristiger Pachtvertrag sowie ein Jahreseinkommen von mindestens 40 Shilling.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Zahl der Freisassen in den einzelnen Siedlungen im 18. Jahrhundert, und die Zahl der ‚Palatine‘-Familienvorstände insgesamt im 19. Jahrhundert in den einzelnen Siedlungen. Die genaue Bevölkerungsentwicklung kann aufgrund der ungleichen Erfassungskriterien – zuerst als Freisassen, später als Zehntpflichtige und Mitte des 19. Jahrhunderts als Grundbesitzer – nicht rekonstruiert werden.[Anm. 40]

Siedlung Freisassen um 1755 Freisassen um 1780 Palatine-Familien 1851
Ballingarrane 30 21 38
Killeheen 17 21 21
Castlematrass 2 6 5
Courtmatrass 20 21 25
Ballyriggin 7 9 12
Ballyorgan 11 6 8
Glenosheen 8 5 15
Raum Adare - 5 13

6.5. Die Beziehungen zwischen Palatines und Einheimischen

Wie bereits im kurzen Überblick über die irische Geschichte klar wurde, hatten es die Pfälzer mit zwei verschiedenen Gruppen von ‚Einheimischen‘ zu tun: zum einen den katholischen Iren, zum anderen den protestantischen Zuwanderern, welche sich große Teile des Landes angeeignet hatten.

Da es gerade letztere Gruppe war, die sich für die Ansiedlung der Pfälzer eingesetzt hatte, waren die Beziehungen wesentlich enger. Zunächst blieben die Pfälzer allerdings unter sich. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts ein Akkulturationsprozess ein. Anfang des 19. Jahrhunderts fiel den Besuchern der Pfälzer Kolonien – abgesehen von der angesprochenen vielseitigen Wirtschaftsweise – kaum noch eine Besonderheit auf. Das Ende des langen Akkulturationsprozesses kann für Mitte des 19. Jahrhunderts, also nach ca. 100 Jahren, veranschlagt werden.[Anm. 41] Dies trifft aber wohl nur für die kulturelle Assimilierung zu. Die strukturelle[Anm. 42] und eheliche Assimilation war damals noch in den Anfangsstadien und wurde erst Ende des Jahrhunderts erreicht.[Anm. 43]

Während die englische Sprache also recht bald – wohl Mitte des 18. Jahrhunderts – erlernt wurde, existierte die Sprachbarriere zu den gälischsprachigen Iren weiter, und wurde auch nie abgebaut. Die Beziehungen zur Mehrheit der Bevölkerung waren mindestens von Ablehnung, wenn nicht sogar von Feindschaft gekennzeichnet.[Anm. 44] Wie bereits erwähnt wurde, sollten die Auswanderer das protestantische Element in Irland stärken und damit der Sicherheit der englischen Grundherren dienen. Dieses Ziel wurde auch insofern erreicht, dass die Pfälzer in den zahlreichen Konflikten stets auf der Seite der Obrigkeit standen. Dies trifft zumeist auch auf die weitergewanderten ‚Palatines‘ zu, die sich beispielsweise im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg mehrheitlich auf britischer Seite engagierten und nach dem Ende des Krieges in großer Zahl nach Kanada auswanderten.[Anm. 45] In Irland waren die Pfälzer bereits zu Beginn der Ansiedlung nahe Rathkeale bewaffnet worden und bildeten eine Miliz.[Anm. 46] In die Konflikte zwischen protestantischer Oberschicht und der katholischen Bevölkerungsmehrheit wurden sie somit früher oder später hineingezogen.

Im Streit um das aufgrund der Bevölkerungsentwicklung immer knapper werdende Land, später auch aufgrund der Verpflichtung zur Zahlung des Zehnten an den protestantischen Pfarrer, traten ab 1762 immer häufiger die sogenannten „Whiteboys“[Anm. 47] auf. Der Protest äußerte sich zuerst in der Zerstörung von Einhegungen und der Tötung oder Verstümmelung des Viehs, dann auch in Überfällen auf die Eintreiber des Zehnten. Mehrmals kam es zu Überfällen auch auf die pfälzischen Siedlungen, wobei hauptsächlich Waffen entwendet wurden. Vor allem nach den napoleonischen Kriegen und einer Missernte 1817 eskalierte die Situation. Die protestantischen Siedler, deren Milizen kaum noch in einem schlagkräftigen Zustand waren, mussten durch Polizei und reguläre Armee geschützt werden. Die Aufständischen führten in der Grafschaft Limerick einen Guerilla-Krieg, ermordeten vermeintliche Repräsentanten der Unterdrückung und zündeten Häuser von Gutsherren sowie Kirchen an. Auch ein ‚Palatine‘ aus Adare wurde 1822 ermordet. Glenosheen wurde 1823 überfallen, wobei einige Häuser angezündet wurden. Nach dem Höhepunkt der Unruhen in den 1820er Jahren beruhigte sich die Lage ein wenig, blieb aber angespannt. Die Masse der irischen Bevölkerung setzte ihre Hoffnungen vermehrt auf eine Änderung der Verhältnisse auf politischem Weg. Obwohl die Lage sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts weitgehend beruhigt hatte, löste die 1853 erfolgte Auflösung der Garnison in Rathkeale Protest aus. Schon vorhandene Auswanderungstendenzen – vor allem in Richtung Nordamerika und Teile des britischen Empires – wurden verstärkt.[Anm. 48] Die Zahl der ‚Palatines‘ verringerte sich in der Folgezeit ebenso wie die Zahl aller Protestanten in Irland. Anstatt im weiterschwelenden englisch-irischen Konflikt weiter Position zu beziehen, bemühten sich die verbliebenen ‚Palatines‘, sich aus den Auseinandersetzungen herauszuhalten. Von der feindseligen Stimmung scheint dann auch in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts weniger zu spüren gewesen zu sein.[Anm. 49]

7. Was bleibt? Eine kurze Bilanz

Obwohl sich die Zahl der ‚Palatines‘ in Irland durch die sukzessive Abwanderung in andere britische Kolonien oder die USA immer weiter verringert hat, und außerdem die deutsche Sprache in Vergessenheit geraten ist, existierte die Gruppe von geschätzt 400 bis 500 ‚Palatines‘ auch 1937, wobei ihr baldiges Aufgehen in der Mehrheitsbevölkerung prognostiziert wurde. Dazu scheint es jedoch nicht gekommen zu sein. Selbst noch 1988 war die Gruppe der ‚Palatines‘ als solche zu erkennen. Zu einer Vermischung mit der katholischen Bevölkerung ist es nach Renzings Angaben nicht gekommen. Die ‚Palatines‘ unterscheiden sich noch immer in Aussehen, und vor allem Religion, von der irisch-katholischen Bevölkerung.[Anm. 50]

 

Verfasser: Christoph Schmieder

Verwendete Literatur:

 

  • Beckett, James C.: Geschichte Irlands. Stuttgart 1971.
  • Häberle, Daniel: Auswanderung und Koloniegründungen der Pfälzer im 18. Jahrhundert. Kaiserslautern 1909.
  • Knittle, Walter Allen: Early nineteenth Century palatine Emigration. Ithaca 1937.  
  • Renzing, Rüdiger: Zur Tätigkeit der „Commissioners for Settling the Poor Distressed Palatines in Ireland“ in den Jahren 1709-1713. Ein Beitrag zur Wanderungsgeschichte der „Pfälzer“. In: Pfälzer — Palatines, Beiträge zur pfälzischen Ein- und Auswanderung sowie zur Volkskunde und Mundartforschung der Pfalz und der Zielländer pfälzischer Auswanderer im 18. und 19. Jahrhundert, hrsg. von Karl Scherer, Landau 1981 (=Beiträge zur Bevölkerungsgeschichte der Pfalz; 2) S. 33-51.
  • Renzing, Rüdiger: Pfälzer in Irland. Studien zur Geschichte deutscher Auswandererkolonien des frühen 18. Jahrhunderts. Kaiserslautern 1989 (Schriften zur Wanderungsgeschichte der Pfälzer; 39).
  • Schmahl, Helmut: Die deutsche und rheinland-pfälzische Nordamerikaauswanderung im 18. und 19. Jahrhundert. In: Aufbruch nach Amerika. 1709-2009. 300 Jahre Massenauswanderung aus Rheinland-Pfalz. Ausstellung im Theodor-Zink-Museum Kaiserslautern. Kaiserslautern 2009. S. 9-36.

Zuletzt geändert: 25.04.2013

 

 

Anmerkungen:

  1. Vgl. Beckett, S. 2-24. Diese englischen Eroberer und Siedler, welche in der Folge immer mehr mit der irischen Bevölkerung verschmolzen oder sich mit ihr arrangierten, werden in der Folge als Anglo-Iren bezeichnet. Zurück
  2. Vgl. Beckett, S. 25-40. Zurück
  3. Vgl. Beckett, S. 41-48. Zurück
  4. Vgl. Beckett, S. 50-53. Hier verweist Beckett als Ursachen für das Scheitern auf unterschiedliche Rechtsauffassungen und die irische Gesellschaftsstruktur. Zurück
  5. Vgl. Beckett, S. 66f. Zurück
  6. Vgl. Beckett, S. 69. Die Rekusanten verweigerten dem König den Suprematseid, den Eid auf den König bzw. die Königin als obersten geistlichen Herrn. Zurück
  7. Dieses Recht wird nach dem Richter („brehon“) benannt, der jedoch eher die Funktion eines Schiedsrichters hatte und auf Vollstreckung durch private Maßnahmen oder die Öffentlichkeit angewiesen war. Beckett, S.4f. Zurück
  8. Common Law meint in der Definition Becketts die „Sammlung der im Mittelalter ausgebildeten Rechtssatzungen, die vor allem der königlichen Rechtsprechung entlehnt waren und überwiegend gewohnheitsrechtlicher Natur sind“. Beckett, S. 2. Zurück
  9. Vgl. Beckett, S. 58f. Die Anglo-Iren, d. h. die frühen englischen Einwanderer, die bereits im Mittelalter vor der Tudorzeit eingetroffen waren, wählten die Selbstbezeichnung „Altengländer“, um sich von neueren Kolonisten abzugrenzen. Zurück
  10. Vgl. Beckett, S. 94-104. Zurück
  11. Vgl. Beckett, S. 104-108. Zurück
  12. Vgl. Beckett, S. 118-126. Zurück
  13. Vgl. Renzing 1989, S. 306. Zurück
  14. Vgl. Renzing 1989, S. 28f. Werbeschriften waren auch schon vorher, etwa ab 1681, erschienen, zum Beispiel mehrere Beschreibungen Pennsylvanias. Zurück
  15. Vgl. Renzing 1989, S. 12. Die Kurpfalz war wesentlich größer als das Gebiet der heutigen Pfalz. Sie zog sich von Boxberg über Mosbach – Heidelberg – Alzey – Kreuznach nach Bacharach und über den Hunsrück zur Mosel hin. Zurück
  16. Vgl. Schmahl, S. 10f. Zurück
  17. Vgl. Renzing 1989, S. 42. Zurück
  18. Bei Schmahl, S. 11 sind es 4000 Pfälzer, bei Renzing 1989, S. 46 dagegen nur 3073. Zurück
  19. Vgl. Renzing, S. 33. Häberle, S. 117f. nennt als weitere Gründe noch, das dort brachliegende Land zu kultivieren, und durch die unter den Emigranten befindlichen Weber die Wirtschaft zu stärken. Zurück
  20. Vgl. Häberle, S. 118; Renzing 1989, S. 54-56; Knittle, S. 83. Nach Knittle wurden 533 Familien mit 2098 Personen auf die Grundherren aufgeteilt. Zurück
  21. Vgl. Renzing 1989, S. 68-70. Zurück
  22. Vgl. Liste bei Renzing 1989, S. 58. Zurück
  23. Vgl. Knittle, S. 84f.; Renzing, S. 38-41; Renzing 1989, S. 58-64. Zurück
  24. Vgl. Renzing 1981, S. 41. Zurück
  25. Vgl. Renzing 1989, S. 67-70. Zurück
  26. Vgl. Renzing 1989, S. 65f. Zurück
  27. Vgl. Renzing 1989, S. 70. Zurück
  28. Vgl. Knittle, S. 88; Renzing 1989, S. 74-77. Knittle spricht davon, dass sich im August 1712 noch 263 Familien in Irland aufhielten, nicht jedoch, dass diese angesiedelt waren. Nach seiner Darstellung wurden schließlich 254 Familien im Land angesiedelt. Zurück
  29. Zitiert nach: Renzing 1989, S. 82. Zurück
  30. Vgl. Renzing 1989, S. 77-83. Zurück
  31. Vgl. Renzing 1989, S. 95-97. Die Liste von 1720 ist abgedruckt in: Renzing 1989, S. 149f. Zurück
  32. Vgl. Renzing 1989, S. 12; S. 147-149.  Zurück
  33. Vgl. Renzing 1989, S. 97-98; S. 101. Zurück
  34. Vgl. Renzing 1989, S. 98f. Die Zahl von 66 Familien entstammt einem Bericht des englischen Agronomen Arthur Young von 1776.  Zurück
  35. Vgl. Renzing 1989, S. 100. Die Zahl stammt aus einem Buch Wakefields von 1812 mit dem Titel „An Account of Ireland, Statistical and Political“. Zurück
  36. Vgl. Renzing 1989, S. 100f.  Zurück
  37. Vgl. Renzing 1989, S. 107f. Zurück
  38. Vgl. Renzing 1989, S. 113f. Zurück
  39. Vgl. Renzing 1989, S. 111-113; S. 131. Zurück
  40. Vgl. Renzing 1989, S. 149-166. Zurück
  41. Vgl. Renzing 1989, S. 346-351. Zurück
  42. Vgl. Renzing, S. 351: Die strukturelle Assimilation bezeichnet das „Eindringen der Fremden in großem Umfang in Cliquen, Vereine, Clubs und Institutionen des Umvolkes.“ Zurück
  43. Vgl. Renzing 1989, S. 353. Zurück
  44. Renzing 1989, S. 336. Zurück
  45. Vgl. Renzing 1989, S. 320. Zurück
  46. Vgl. Renzing 1989, S. 92. Zurück
  47. „Zu ihrem späteren Namen ‚Whiteboys‘ kamen sie, weil sie bei ihren nächtlichen Unternehmen oft weiße Hemden zur Verkleidung und gegenseitigen Kenntlichmachung über ihrem gewöhnlichen Anzug trugen.“ Renzing 1989, S. 318. Zurück
  48. Vgl. Renzing 1989, S. 317-333.  Zurück
  49. Vgl. Renzing 1989, S. 342. Zurück
  50. Vgl. Renzing 1989, S. 358f. Zurück