Die Familie Schmitt - Gedächtnis und mündliche Geschichte bei deutschen Einwanderern im Süden Brasiliens

von Rodrigo Trespach

Fragen zum Gedächtnis und seiner Verflechtungen mit der Geschichte stellen sich erst seit kurzem. Die Auffassung, dass Gedächtnis und mündliche Geschichte als legitimes historisches - und analysierbares - Dokument zu begreifen sind, ist sehr der französischen Schule zu verdanken, darunter Marc Bloch, Michael Pollak, Maurice Halbwachs, Jacques Le Goff und andere. Das eigentliche Auffassen als historisches Dokument wurde erst im letzten halben Jahrhundert erweitert; als historisches Dokument gilt es in schriftlicher Form oder übermittelt als Ton, Bild oder auf andere Art.[Anm. 1] Allerdings gibt es in der akademischen Umwelt Vorbehalte was die Nutzung des Mündlichen als Dokument angeht. Dieser Artikel beabsichtigt die deutsche Einwanderung in den Süden Brasiliens zu untersuchen - speziell in der 1826 gegründeten Kolonie Três Forquilhas - unter dem Blickwinkel der mündlichen Geschichte (mündlichen Überlieferung oder auch Oral History). Es wird versucht zu verstehen wie eine Familie deutscher Einwanderer ihre Geschichten erzählt hat, und wie diese an ihre Nachkommen überliefert wurden, und wieweit es möglich ist, den mündlichen Bericht mit anderen Dokumenten zu relativieren - im vorliegenden Fall ein schiftliches Dokument aufgezeichnet einige Generationen nach Eintreten der Begebenheit.

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1. Gedächtnis und mündliche Berichte

Der mündliche Bericht hängt zusammen mit dem Gedächtnis und dessen Art und Weise Andenken vergangener Begebenheiten zu erzeugen und zu erinnern. Der englische Historiker Alistair Thomson schreibt: „Beim Erzählen einer Geschichte identifizieren wir uns mit dem, was wir denken in der Vergangenheit gewesen zu sein, was wir denken in der Gegenwart zu sein, und was wir sein möchten. Die Geschichten, die wir erinnern, sind keine exakten Darstellungen unserer Vergangenheit, aber sie zeigen Aspekte dieser Vergangenheit, und sie bilden sie um damit sie sich unseren Identitäten und Erwartunge anpassen“.[Anm. 2]; Durch den Vergleich seiner Befragungen zu Legenden der Anzacs - eine Gruppe australischer ehemaliger Kriegsteilnehmer, Überlebende des 1.Weltkriegs - in zwei verschiedenen Epochen konnte Thomson nachweisen: „die Untersuchung und Analyse der Geschichte und des Schweigens bei dem mündlichen Zeugnis enthüllte, auf breite Weise, die Art und die Bedeutungen der Erfahrung und die Art wie wir unsere Erinnerungen über die Vergangenheit im Laufe unseres Lebens verarbeiten“.[Anm. 3]
Es ist erforderlich zu beachten, dass das Gedächtnis des Individuums mit dem Kollektiv-Gedächtnis verflochten ist. Für Maurice Halbwachs[Anm. 4] sowie für Ecléa Bos[Anm. 5] festigt sich die Arbeit des Gedächtnisses ausgehend von einer artikulierenden Bewegung zwischen persönlichen und sozialen Bezügen. Für den französischen Historiker Michael Pollak[Anm. 6] muss das Gedächtnis auch - oder vor allem - verstanden werden als ein kollektives und soziales Phänomen, das heißt, als ein kollektiv konstruiertes Phänomen, das beständigen Schwankungen, Transformationen und Veränderungen ausgesetzt ist. Diese Flexibilität erlaubt dem Individuum kollektive Ereignisse oder Erlebnisse anderer zu erinnern, als ob sie Teil seiner eigenen persönlichen Erfahrung seien. Es ist wichtig zu bedenken, dass diese Suche im kollektiven Gedächtnis zur Rekonstruktion der Vergangenheit auch verknüpft ist mit dem menschlichen Unvermögen alle seine erlebte Erfahrungen festhalten zu können. Edson Saturnino faßt zusammen: „Die Arbeit des Gedächtnisses besteht in den Handlungen des Erinnerns und des Vergessens zur gleichen Zeit. Die Logik des Gedächtnisses findet ihr Korrelat in der Gestaltung des Vergessens, genau aus dem Grunde weil das Behalten und Zurückrufen der Gesamtheit unserer Vergangenheit neue Handlungen und Erfahrungen in der Gegenwart unmöglich machen würde“.[Anm. 7] So vergessen wir bestimmte Ereignisse unseres Lebens genau um zu ermöglichen, dass andere vorrangig werden, und auch damit neue Erfahrungen erlebt und in das Abenteuer unseres Denkens integriert werden können. So wird unser Gedächtnis zu einem die Auswahl bewirkenden Handelnden, unabhängig von unseren Absichten und Wünschen, die nicht immer klar gefaßt sind.
Für Pollak ist der Aufbau des Gedächtnisses immer mit drei bestimmenden Faktoren verbunden: Begebenheiten, Personen und Orte. Sie können bekannt sein, direkt oder indirekt, und in bezug stehen zu konkreten Fakten, oder zu Projektionen und Identifizierungen mit andere Begebenheiten.

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2. Mündliche Berichte und der deutsche Einwander im Süden Brasiliens

Das Andenken des deutschen Einwanderers des 19. Jahrhunderts in der Kolonie Três Forquilhas - gelegen an der Küste des Bundesstaates Rio Grande do Sul, etwa 200 Km von der Hauptstadt entfernt - wurde erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nach dem 2. Weltkrieg, aufgezeichnet. Três Forquilhas ist die zweite im Süden Brasiliens gegründete deutsche Kolonie, aber im Gegensatz zu den Kolonien im Tal der Flüsse Sinos (São Leopoldo und anderen), und Caí erreichte sie nie eine wirtschaftlich bedeutende Stellung, und blieb auf bestimmte Weise vom Rest der Zentren deutscher Kultur isoliert. Mit Ausnahme offizieller Berichte, verfaßt von Pastoren, von der kaiserlichen Regierung oder selbst von Reisenden, findet sich in der Kolonie Três Forquilhs kein Brief, kein Tagebuch oder irgend ein sonstiges persönliches Zeugnis der 1826 angekommenen ersten deutschen Einwanderer. Vor 1950 existierte nicht einmal eine chronologische Erzählung. Eine Chronik, unveröffentlicht, der erste Versuch einer Darstellung der Geschichte der Kolonie wurde zwischen 1949 und 1953 von Pfarrer Augusto Ernesto Kunert unternommen. Die „Chronik der Evangelischen Gemeinde von Tres Forquilhas“[Anm. 8]  fußt - wie alle, die ihr folgten - auf den von ihm im Rahmen seiner seelsorgerischen Tätigkeit gemachten Beobachtungen.
Als Beispiel für die mündliche Geschichte der Kolonie verwenden wir hier die überlieferten mündlichen Berichte der Familie Schmidt, eine der wichtigsten in der politischen Szene der Region. Der erste, der über die Familie Schmidt schrieb, ist der lutherische Pfarrer Ernesto Fischer, der die evangelische [Anm. 9] Pfarrei von Três Forquilhas von 1959 bis 1969 versorgte. Unter dem Pseudonym „Piscator“ schrieb Fischer im Jahrweiser von 1966 eine Chronik mit dem Titel „Erinnerungen aus dem Anfang der Kolonie Três Forquilhas“.[Anm. 10] Es handelt sich um eine Erzählung mit wenigen präzisen Daten, es waren Informationen aus den Berichten, die aus der mündlichen Überlieferung hervorgingen, wie sie in den 1960er Jahren zwischen den Kolonisten, Enkel der Einwanderer in Itati und Três Forquilhas kursierten; es handelt sich hier um das alte Gebiet der Kolonie. Im Jahrweiser 1974 erschien von Fischer, jetzt unter seinem richtigen Namen, der Text „Ein altes Kirchenbuch“, mit Informationen über das alte Buch der evangelischen Kirche, das von ihm wiedergefunden wurde.[Anm. 11]
Im Artikel von 1966, unter dem Pseudonym Piscator, gibt Fischer einen angeblich von Philipp Peter Schmitt, Einwanderer von 1826, an seinen Bruder in Deutschland geschriebenen Brief wieder. Zweck des Briefes war die Eheanbahnung für Philipps Tochter Barbara Schmitt mit ihrem Cousin Wilhelm Schmitt. Hier folgt ein Abschnitt aus dem angeblichen Brief:
Wir haben immer darauf geachtet, daß unsere Kinder sich nicht mit unbedeutenden Familien verbinden. In Três Forquilhas, Brasilien, wo wir jetzt wohnen, gibt es wenige Menschen guten Blutes. Unsere Tochter Barbara ist jetzt in heiratsfähigem Alter. Als Erbschaft erhält sie zwei Kolonien, das sind 400 Morgen Land, und sie wird auch das Haus und den Laden erben. Lieber Bruder, ich habe darüber nachgedacht, schicke Deinen Sohn Konrad über den Ozean. Ich werde ihm das alles gern übertragen, und mich auch um die Kosten der Hochzeit kümmern“.[Anm. 12]
Und Piscator folgt mit dem Bericht:
Als Wilhelm den Brief erhielt, war er auch schon in Jahren, er rief gleich seinen Sohn Konrad. Es war ein schöner junger Mann, großgewachsen und mit blauen Augen. Und Wilhelm sagte zum Sohn: Du weißt, daß Dein älterer Bruder mein Erbe antreten wird. Deshalb ist es nicht gut, daß Du hier bleibst und bei ihm lebst. Deshalb möchte ich Dir einen Rat geben. Geh' nach Brasilien. Heirate Deine Base Barbara. Ich werde an die Schiffahrtsgesellschaft in Hamburg schreiben und die Überfahrt für dich reservieren.[...] Also Konrad kam nach Brasilien“.[Anm. 13]

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Fischers Nachfolger in der Pfarrei war Elio Eugenio Müller. Müller schrieb über die Schmitts, von denen seine Frau abstammt, in zwei Büchern über die Kolonie Três Forquilhas, 1992 und 1993. Müllers Werk basiert auch auf der mündlichen Überlieferung der Kolonie. Da er - wie Fischer – seine Forschungen noch in den 1970er Jahren betrieb, hatte Müller Kontakt zu Urenkeln und sogar Enkeln von einigen der 1826 angekommen Einwanderer. Zu seinen wichtigsten Mitarbeitern gehörte auch der Gemeindeschreiber Alberto Schmitt (1886-1971), Enkel des Einwanderers Wilhelm Schmitt. Noch genauer als Fischer verglich der damals junge Pfarrer die Daten aus der mündlichen Überlieferung mit den von Historikern erhobenen Dokumenten, insbesondere Carlos Henrique Hunsche, und stellte die Informationen, die noch in der alten Kolonie kursierten, in Frage. Zum Beispiel korrigierte er den Fehler Fischers, der behauptet hatte, der Einwanderer von 1853 sei Konrad und nicht Wilhelm Schmitt gewesen; letzteres trifft zu, wie wir gleich sehen werden. Trotzdem gibt Müller die Geschichte der Heirat zwischen Cousins und preußischem Adel, wieder: „Kommandant Schmitt [Philipp Peter Schmitt] gab sich gern als Mitglied des preußischen Adels. Er ließ es nicht zu, daß seine Töchter einen einfachen Bauern heirateten. In Sorge um den Fortbestand seines Familiennamens ließ er aus Deutschland seinen Neffen Wilhelm Schmitt kommen um seine jüngste Tochter Barbara zu ehelichen [...]; die mündliche Überlieferung sagt, daß Wilhelm Schmitt Offizier des königlich preußischen Heeres gewesen sei, und um 1855 nach Três Forquilhas gekommen sei und gemäß dem Wunsche seines Onkels seine Kusine 1. Grades Barbara 1856 heiratete“ [Anm. 14] Drei markante Fakten der Geschichte Schmitt werden sowohl von Fischer als von Müller hervorgehoben: die Heirat zwischen Cousins, die Tatsache, dass ein Mitglied der Familie dem preußischen Offiziersstand angehörte, und die Frage der angeblich adeligen Abstammung. Der erste Schritt um die Geschichte der Familie Schmitt zu verstehen, und wie sich die Überlieferung in dieser Familie gestaltete, bestand darin, in Brasilien Daten über den Einwanderer zu finden. Der zweite Schritt sollte Informationen über seine Ahnen in Deutschland ermöglichen. Nur so könnte man eine ausreichend breite dokumentarische Basis schaffen, um zu verstehen was die mündliche Überlieferung besagt. Philipp Peter Schmitt, der „Kommandant Schmitt“, kam in São Leopoldo am 15. Januar 1826 an, verzeichnet als evangelischer Landwirt. Die Reise von Rio de Janeiro nach Porto Alegre machte er auf der Brigg Carolina, das „von Hunger und Tod umlagerte“ Küstenschiff, wo er als Oberhaupt der Familie Nr. 27 erscheint. Bei ihm waren seine Frau Elisabeth G. Justin und die drei Kinder: Christoph, Elisabeth und Appolonia. Es gab noch den kleinen Valentin, der aber im Einwanderer-Register nicht verzeichnet ist da er gleich nach Ankunft verstorben ist. [Anm. 15]; Nachdem es sich in der Kolonie niedergelassen hatte, wurden dem Ehepaar weitere drei Kinder geboren, alles Mädchen: Maria Magdalena, Barbara und Philippina Rosina. Der ledige Wilhelm Schmitt hingegen erreichte São Leopoldo am 6. September 1853. Im Einwanderer-Register [Anm. 16] wird er mit dem Beruf Schuhmacher angegeben, laut Müller ist er Offizier des Kaiserreichs Preußen. [Anm. 17]; Zwischen 1851 und 1852 nahm das Kaiserreich Brasilien ungefähr zweitausend Deutsche mehrheitlich aus Schleswig-Holstein unter Vertrag, um im äußersten Süden des Landes im Krieg gegen Oribe und Rosas (Argentinien und Uruguay) zu kämpfen. Nach Ende des Krieges ging ein Großteil dieses Kontingents - das man in Brasilien „Brummer“ nannte - in die deutsche Kolonie São Leopoldo; einige zogen nach Três Forquilhas, wie Christian Tietböhl, Ludwig Stahlbaum und Friedrich Dicksen, unter anderem. [Anm. 18] Wilhelm Schmitt kam etwa zur gleichen Zeit nach Rio Grande do Sul und Três Forquilhas. Es gibt keinen Nachweis dafür, dass er mit den Brummern nach Brasilien gekommen wäre, und dass er wirklich Offizier des preußischen Heeres war. In der Tat, laut Einwanderer-Register (C-333), waren die 36 Landwirte, die ab Bremen mit dem Schoner Tell reisten, „aus eigenem Anlaß gekommen, um sich im Lande niederzulassen“. Zunächst könnte man denken, dass die mündliche Geschichte einen Fehler begangen hat mit der Annahme, Schmitt gehöre dem „preußischen Adel“ an und es wäre Wilhelm Schmitt (der Einwanderer 1853) und nicht Philipp Peter Schmitt (der Einwanderer von 1826), aber der Historiker Witt fand ein Dokument von 1834, in dem Philipp Peter Schmitt noch vor Ankunft des Neffen sich bereits als „Dom Philipp Peter Schmitt“ [Anm. 19]; tituliert, ein Beweis eines „Überlegenheitsgefühls“, das die Schmitts bewegte, und wovon schon in den Arbeiten von Fischer (1966) und Müller (1992 und 1993) berichtet wird. Von den Schmitts in Deutschland wußte man wenig, mit Ausnahme der Annahme, daß sie aus Hessen-Darmstadt stammten. Die Daten der in Brasilien geborenen Kinder der Einwanderer waren bekannt dank den evangelischen Kirchenbüchern der Kolonie; Informationen darüber, wie sie nach Rio Grande do Sul gekommen waren, sind in Porto Alegre im Historischen Archiv des Bundesstaates einzusehen. Es mußten Daten aus Deutschland gefunden werden, die eine Klärung der überlieferten mündlichen Geschichte bringen könnten. Erst 2007 nach Veröffentlichung einer gemeinsam mit dem deutschen Forscher Gerd Braun verfaßten Arbeit, wurde es anläßlich eines Symposiums über Einwanderung in D. Pedro de Alcântara möglich, ausreichende Daten zur Analyse des Gedächnisses der Familie zu sammeln. Die Daten sind erhellend. [Anm. 20] Philipp Peter Schmitt wurde am 5. Dezember 1797 in Bornheim, Alzey, Rheinland-Pfalz geboren. Er ist der Sohn von Christoph Schmitt (1758-1828) und seiner Frau aus zweiter Ehe Johanna Magdalena Barth ( -1814). Philipp Peter war 11 Jahre jünger als sein Bruder Konrad geb. am 5. Juni 1786, dieser war Sohn von Christoph Schmitt und seiner ersten Frau Maria Catharina Schmahl ( -1795). Das heißt, die Brüder Schmit, die die Ehe zwischen ihren Kindern arrangierten, waren in der Tat Halbbrüder. Und Wilhelm Schmitt, der für Barbara vorgesehene Bräutigam wurde in Bornheim am 17. Oktober 1822 geboren, Sohn von Johann Konrad Schmitt (1786-1861) und Sibilla Christina Halberstadt (1785-1846). Und noch ein wichtiger Fakt: Wilhelm war das 8. Kind von Johann Konrad, alle jüngeren Geschwister waren Mädchen mit Ausnahme von zwei Jungen, die aber nicht das Erwachsenenalter erreichten. Die beiden Jungen von Philipp Peter Schmitt starben auch jung. Der Einwanderer Philipp Peter Schmitt starb 1855 in Brasilien, der in Deutschland verbliebene Johann Konrad Schmitt starb 1861. Wilhelm Schmitt, der Einwanderer von 1853, starb irgendwann vor 1887.

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zu der Betrachtung über die mündliche Überlieferungen

Verfasser: Rodrigo Trespach

Redaktionelle Bearbeitung: Björn Effgen

Anmerkungen:

  1. Vgl. Le Goff, Jacques. História e Memória. S.540. Zurück
  2. Vgl. Thomson, Alistair: Recompondo a memória. S.57. Zurück
  3. Vgl. Thomson, Alistair: Recompondo a memória. S.67. Zurück
  4. Vgl. Halbwachs, Maurice: A memória coletiva. São Paulo 1990. Zurück
  5. Vgl. Bosi, Ecléa: Memória e Sociedade - lembranças de velhos. São Paulo 1994. Zurück
  6. Vgl. Pollak, Michael: Memória e Identidade Social. S. 200-212. Zurück
  7. Vgl. Saturnino, Edison Luiz: Imagem, memória e educação, Porto Alegre, UFRGS, 2005, S.112. Zurück
  8. Vgl. Kunert, Augusto Ernesto: Chronik der Evangelischen Gemeinde von Tres Forquilhas. Kunert ist der erste in Brasilien geborene und studierte lutherische Pfarrer, der die Kolonie Três Forquilhas seelsorgerisch versorgt. Parrer Gustav Schreiner, sein Vorgänger, wurde 1942 verhaftet - als Brasilien in den Krieg eintrat - und die evangelische Gemeinde blieb bis 1949 ohne Seelsorger. Zurück
  9. Der Begriff ‚evangelisch’ muß hier als Synonym von ‚protestantisch’ verstanden werden, verwandt für die aus der von Martin Luther 1517 ausgelösten Reformation hervorgegangenen Kirchen; es gibt überhaupt keine Verbindung zum Begriff, der mit ‚evangelisch’ oder ‚evangelikal’ verbunden wird, d.h. der vor allem im 21. Jahrhundert hervorgegangenen Pfingstkirchen. In der Kolonie Três Forquilhas versammelten sich um Pfarrer Carl Leopold Voges (1801-1893) Kolonisten der beiden protestantischen Strömungen: Lutheraner und Calvinisten oder Reformierte. Erst nach Gründung der Riograndenser Synode 1886, verband sich die Kolonie offiziell mit der Strömung lutherischer Ausrichtung. Zurück
  10. Vgl. Piscator [Fischer]: Erinnerungen aus dem Anfang der Kolonie Tres Forquilhas, S.51-57. Zurück
  11. Vgl. Fischer, Augusto Ernesto: Ein Altes Kirchenbuch. S.45-49. Die in deutscher Sprache geschriebenen Bücher der Kolonie Três Forquilhas wurden 1942, während des 2. Weltkrieges teilweise zerstört. Die Heiratsbücher von 1826 bis 1850 und die Sterberegister von 1826 und 1890 wurden durch den lokalen Polizeichef verbrannt. Zurück
  12. Vgl. Piscator [Fischer]: Erinnerungen aus dem Anfang der Kolonie Tres Forquilhas. S.56. Zurück
  13. Vgl. Piscator [Fischer]: Erinnerungen aus dem Anfang der Kolonie Tres Forquilhas. S.56-57. Zurück
  14. Vgl. Müller, Elio Eugenio: Três Forquilhas (1826-1899). S.60. Zurück
  15. C-333 von Johannes Daniel Hillebrand einige Zeit nach Ankunft der Einwanderer angelegt. Es ist wahrscheinlich, daß Hillebrand bei Niederschrift des Dokumentes das Kind Valentin Schmitt nicht erwähnt hat, denn dasselbe war am 21.02.1826 verstorben (Vgl. Dreher, Martin: Kirchenbücher de evangelischen Gemeinde von São Leopoldo. Reg. Nr. 28), etwas mehr als einen Monat nach Ankunft der Familie in São Leopoldo, oder aber durch Unterlassung der Familie. Über das Küstenschiff Carolina äußert sich Hunsche als „das von Hunger und Tod umlagerte Schiff“ (Vgl. Hunsche, Carlos Henrique: O ano de 1826 da Imigração e Colonização Alemã no Rio Grande do Sul. S. 252) wegen der schlechten Behandlung, die die Einwanderer erlitten, starben mehrere Zehner während der Reise oder gleich nach der Ankunft in São Leopoldo. Es ist der einzige Fall dieser Art in der deutschen Einwanderung im Süden Brasiliens. Zurück
  16. Vgl. C-333, Johannes Daniel Hillebrand, Porto Alegre, S.239. Zurück
  17. Vgl. Müller, Elio Eugenio: Três Forquilhas (1826-1899). S.60. Zurück
  18. Vgl. Müller, Elio Eugenio: Militares prussianos (Brummer) que contribuíram para o desenvolvimento da colônia de Três Forquilhas. S.94-99. Zurück
  19. Vgl. Witt, Marcos Antônio: Em busca de um lugar ao Sol. S. 89. „Dom“ ist ein auf der iberischen Halbinsel gebräulicher Adelstitel. Er wurde von portugiesischen und spanischen Königen, Prinzen und Adeligen geführt, z.B. Dom Pedro I, Kaiser von Brasilien. Zurück
  20. Die paleographische Wiedergabe der Dokumente aus dem Archiv der Verbandsgemeinde Alzey-Land wurde von Gerd Braun aus Heimersheim vorgenommen und freundlicherweise zur Verfügung gestellt zur Veröffentlichung in Brasilien. Vgl. Trespach, Rodrigo: Borger, Justin, Schmitt e outras famílias de origem germânica. Zurück