Brass, brass, brass, nothing but brass? - Deutsche Musikanten in Newark 1880 bis 1930

von Diethelm Knauf

„Glücklich hier angekommen will ich Euch nun meine Erlebnisse auf der Reise und hier mittheilen. Wie Ihr ja wisst, bin ich am 5. Dezember von Bremen abgefahren, und sind wir am Sonntag den 16. Dezember wohlbehalten in New York angekommen. Wir hatten viel Sturm, und deshalb hat die Reise so lang gedauert. Ich war vier Tage lang tüchtig seekrank, was kein angenehmes Gefühl ist. Bruder Louis und Mister Gerhardt haben mich gleich auf dem Schiff in Empfang genommen. Die Freude  die könnt Ihr Euch denken, als ich ihn kommen sah, und wie er mich erblickte, da war die ganze Seekrankheit und alles trübe vergessen. /…/ Den anderen Tag sind wir wieder nach New York und haben meinen Koffer geholt und haben uns die Stadt angesehen. Aber das ist ein Leben, das kann sich kein Mensch vorstellen, wer es nicht selbst gesehen hat. Da sieht man in einer Minute Hunderte von Menschen und Fuhrwerken, und Alles durcheinander, Schwarze und Weiße“.

Der erste Brief von Fritz Schütz nach Hause.[Bild: Bernd Höser]

Nebenstehender Brief wird am 20. 12. 1883 in Newark, eine halbe Stunde von New York entfernt, abgeschickt, nach Westerfeld im Kreis Usingen im Taunus. Dort wuchsen die beiden Brüder Louis und Fritz Schütz in einer Bauernfamilie auf. Louis wird 1855 geboren, Fritz ist der jüngste Bruder, wann er geboren wurde, ist unklar. In der Bauernfamilie Johann Friedrich Schütz und Margarethe Elisabethe, die auch eine Leineweberei in Heimarbeit betreibt, leben vier weitere Geschwister, den Hof wird der älteste Bruder Heinrich Peter übernehmen.

Musik wird in der Familie groß geschrieben. Der Vater hat sich das Spielen auf der Baßtrompete selbst beigebracht und verdient sich nebenher ein wenig Geld mit dem Aufspielen auf Festen, Kirchweihen und anderen Tanzveranstaltungen. Die beiden Jungen Louis und Fritz interessieren sich schon sehr früh für Musik und lernen die Instrumente Klarinette, Viola und Baßtuba spielen, auch dieses weitgehend autodidaktisch.

Louis leistet vom Sep. 1875 bis Sep. 1880 seinen fünfjährigen Militärdienst in Mainz-Kastel beim 88. Infanterie Regiment ab und wandert im Dez. 1880 nach Amerika aus, Fritz folgt ihm drei Jahre später, auch hier nach Ableistung des Militärdienstes im 88. Inf. Reg. Beim Militär erhielten beide Brüder regulären Musikunterricht, Louis auf der Klarinette, Fritz auf Tuba und Tenorhorn.

Was die beiden Brüder Louis und Fritz so interessant macht, ist ihr Nachlass von 100 bis 120 Originalbriefen, geschrieben bis 1939, danach weitere Briefe ihrer Nachkommen bis ca. 1963, sowie etliche Fotos. In Amerika sicherten sie sich ihren Lebensunterhalt als professionelle Musiker, beide haben es dort „zu etwas gebracht“. Neben den allgemeinen Prozessen von Migration und Integration interessiert in diesem Zusammenhang vor allem die Frage: Welche Musik spielte man wo und zu welchem Zwecke? Lässt sich eine „Amerikanisierung“ von Repertoire, Spielweise und sozio-kulturellem Kontext aufzeigen? Antworten könnten auch für allgemeine Integrationsprozesse aufschlussreich sein.

Es lebt sich sehr schön in Amerika

Den ersten Brief schreibt Louis Schütz aus Newark, wo er sich niedergelassen hat, schon am 17. Dez. 1880: „Es lebt sich sehr schön in Amerika, trotzdem man unter verschiedenen Nationen ist; man kann doch rechnen, dass fast die Hälfte hier in dieser Gegend Deutsche sind“. Louis ist zufrieden mit der Meinungsfreiheit, sieht aber auch das Elend manch eines Landsmannes: „Man braucht keine direkten Steuern und Abgaben zu bezahlen, kann von Politik reden und sprechen was man will, während dem man in Deutschland jedes Wort auf die Waage legen muß; man lebt so recht frei wie ein Vogel in der Luft, doch fällt auch gar manchem armen Auswanderer das Herz in die Schuhe, wenn er hier in diesem Land ankommt mit seiner Familie, hat keinen Cent mehr in der Tasche, wie da so häufig vorkommt, hat keinen Freund oder Bekannten hier, der ihn aufnimmt, und weiß nicht wohin und wo hinaus, da sehnt sich gar mancher wieder zurück nach der Heimath“. Amerika ist teuer, allein zwei Dollar kostet der Arzt[Anm. 1], aber Louis scheint gut zu verdienen, er schickt Geld „für seine kleine Gothe“- 15 Mark - und noch mehr für die „liebe Mutter“ und den Bruder Fritz, dem er rät „nicht immer so schimpfen über das Soldatenleben“. (Brief vom 11.7. 1881) Louis kennt das Leben der „armen Weber“ aus eigener Anschauung und schlussfolgert: „…, denn um das Loos in Deutschland als armer Mann ist Niemand zu beneiden, trotzdem, dass einem hier die gebratenen Tauben auch nicht gerade in den Mund fliegen, aber man ist ein freier Mensch hier“ (Brief vom 12. Juli 1883). Dennoch: Was das Essen angeht: „die Hauptsache hier ist Fleisch“ (ibid.). Morgens schläft Louis so lange es ihm gefällt, Frühstück besteht aus „Kaffee, Eier oder Beefsteak, Schinken oder kalten Braten usw.“, Zeitung lesen, ein kleiner Spaziergang, Frühschoppen, um 12 Uhr dann im Boarding House Dinner mit feiner Suppe, Braten, Gemüse, Kartoffeln, eine Tasse Mocca und Dessert, und auch zum „Souper“ wieder „jeden Abend Braten und sonst Manches mit Thee, und so geht immer ein Tag nach dem anderen hin“ (ibid.). Kein Wunder, dass Fritz, nachdem er im Dezember bei Louis in Newark untergekommen ist, an seine Mutter schreibt: „Bruder Louis, das ist ein gemachter Mann“ (Brief vom 20. Dez. 1883) und für sich selber resümiert er: „Ach, was bin ich so froh, dass ich nicht beim Militär geblieben bin, denn was ists hier so schön leben gegen in dem armen Deutschland“ (Brief vom 4. März 1884). Nur die Sprache ist noch ungewohnt: „…nur mit dem englisch sprechen, das kostet noch ein bischen aufpassen“, Bruder Louis hingegen „spricht schon ganz schön“ (ibid.).

Stadtplan von Newark aus dem Jahre 1872[Bild: Wikimedia Commons]

Und immer wieder: Fleisch ist hier die Hauptsache und „hier ist jeder Mensch frei“. Doch auch kritische Anmerkungen gegenüber Amerika gibt es: „Das ist ein Jagen und Treiben nach die lieben Dollars“ und Hektik bestimmt das Leben, wie das Beispiel von Mr. Gehrhardts Bruder zeigt. Mr. Gehrhardt ist der Betreiber des boarding house, in dem die Schützens essen. Dessen Bruder „war letzten Winter draußen in Wiesbaden, der wollte eigentlich ganz draußen bleiben, aber er ist schon wieder hier, er sagte, es wäre ihm zu langweilig draußen in Deutschland, denn wer einmal hier war, der hat draußen keine Geduld mehr“ (Brief vom 23. April 1886).

Fritz heiratet 1887 Emilie (ist das ein deutscher Name?), die 1867 in Byron/Illinois geboren wurde und folglich berichtet er stolz: „Wir bauen ein schönes zweistöckiges Haus in einer sehr schönen Straße, wo dann der Lui mit uns zusammen wohnen wird. Es soll zum 1. Oktober fertig sein. Der Bauplatz hat 800 Dollar gekostet und das Haus kostete 3000 Dollar. Es kommen 11 Zimmer hinein, so dass wir, wenn Ihr uns einmal besucht, genug Platz haben“ (Brief vom 23.7.1889). Auch Louis heiratet, und zwar 1894 die Witwe eines befreundeten Musikerkollegen, Elizabeth Hinchcliffe. Begeistert schreibt er: „Besondere Neuigkeiten wüsste ich nicht zu schreiben, als eine kleine Überraschung für Euch, welche meine Persönlichkeit betrifft, was Ihr gewiß nicht mehr erwarten werdet, nämlich dass ich mich verlobt habe und zwar mit einer echten Amerikanerin, denn meine Braut ist von englischer Abkunft und spricht nicht deutsch“ (Brief vom 14. Feb. 1894). Mit seinem Enkel spricht Louis nur deutsch, „während die anderen natürlich in englisch zu ihm sprechen“ (Brief vom 26.8.1913). Der Kleine gedeiht prächtig, er spricht schon vieles „und es ist zu komisch, wie er das englische mit deutschen Worten vermischt“ (Brief vom 30.7.1914). Im Ersten Weltkrieg schlägt sein Herz für das alte Vaterland, die Kriegsspekulanten werden heftig kritisiert: „Die Deutschen hier in Amerika thun Alles was sie nur können, die Noth in Deutschland lindern zu helfen, denn große Summen sind schon hinaus geschickt worden, und jeder, auch der Ärmste trägt sein Scherflein dazu bei, dem alten Vaterland zu helfen, aber gegen den Munitionsschacher scheinen sie nichts ausrichten zu können, trotzdem sie hart dagegen protestieren, Es scheint, der Dollar ist mächtiger hier denn das Herz“ (Brief vom 9.2. 1916). Die Geschäfte liegen infolge des Krieges danieder, „denn abgesehen von den Munitions- und Kriegsmaterial-Lieferanten, welche ein Heidengeld verdienen, steht alles still“ (ibid.). Der Brief schließt mit der Hoffnung auf Frieden und speziellen Grüßen der Frau Elizabeth, „welche trotz ihrer englischen Abkunft die gerechte deutsche Sache vertritt“ (ibid.).

Fritz Schütz stirbt 1920 an einer Influenza. Seine Tochter Ida informiert die Verwandten im Taunus. Abends habe er noch aufgespielt, kam um drei Uhr morgens nach Hause und „um zwanzig Minuten nach fünf, bevor nun der Doktor kam, schließte (sic!) er seine Augen und ging ruhig schlafen“. Wenn sie auch auf der Hochschule studiert habe, so entschuldigt sie sich für ihr schlechtes Deutsch, jedoch: „Wenn wir auch in Amerika geboren sind, haben wir noch echte deutsche Herzen“ (ibid.).

War er, als er nach Amerika kam, hemmungslos von dem Land begeistert, so scheinen sich bei Louis Schütz mit den Jahren die Gefühle für die alte Heimat zu verstärken: „Daß Deutschland furchtbar zu leiden hat als Nachfolge dieses schrecklichen Krieges, lesen wir hier jeden Ta in der deutschen Zeitung, und es blutet einem das Herz, wenn man alle Schandthaten liest, welche besonders die Franzosen verüben. Wann wird die deutsche Regierung sich endlich einmal aufraffen und der Welt verkünden, wer für diesen unseligen Krieg verantwortlich ist?“ (Brief vom 8.1.1923). Er freut sich über „die herrliche deutsche Musik“, die beim Empfang des Luxusliners „Bremen“ des Norddeutschen Lloyd in New York erklungen ist, und „das alte deutsche Herz fing wieder einmal an schneller zu schlagen“, als der „Graf Zeppelin“ „in stolzer Majestät“ über das Gebiet hinweg zog. „Mußte es doch wieder ein Deutscher sein, welcher dieses Heldenstück vollbracht hat“ (Brief vom 29.8.1929). Seinen letzten Brief schreibt Louis Schütz am 12.12. 1936 und freut sich, dass seine Angehörigen in Westerfeld „den alten Onkel in Amerika noch nicht vergessen haben“. Drei Jahre später stirbt er.

Die Musikanten und die Musik

Die Emigration aus Deutschland, Armut und Militärdienst, die Hoffnung auf ein besseres Leben in Freiheit und ohne materielle Not, die Begeisterung für Amerika, ein gelungener sozialer Aufstieg dort, die emotionale Verbundenheit mit der „alten Heimat“ – all das sind allgemeine Züge einer Auswanderergeschichte. Was die Schützens von anderen Auswanderern unterscheidet, ist ihre Profession als Musiker. Wie hat sich ihre musikalische Karriere in den USA entwickelt?

Porträt von Louis Schütz, aufgenommen in Amerika[Bild: Bernd Höser]
Porträt von Fritz Schütz, aufgenommen in Amerika.[Bild: Bernd Höser]

Laut Holbrook’s Newark City and Business Directory wohnt Louis Schütz 1885 in Newark in der Green Street 26. In der Market Str. in Charles Lehman’s Hotel ist mit seinem „headquarter“ als leader der First Reg. Band Frederick Voss gelistet.[Anm. 2] In dieser Band findet Louis eine Anstellung. „Ich bin nun noch bei meiner Capelle und komme sehr gut fort dabei. Wir haben jede Woche 2 – 3 Bälle zu spielen und an den übrigen Abenden geben wir Concerte in einer großen Concerthalle; von einem Ball gibt es 5 und für ein Concert 3 Dollar, und geht es immer sehr gemütlich zu dabei. Proben haben wir sehr wenig, denn es sind lauter tüchtige Musiker, da sind die Sachen schnell eingeübt. Ich habe mir auch eine neue C-Clarinette machen lassen in New York, ein feines und gutes Instrument, aber auch sehr theuer, sie kostet 35 Dollar, nach deutschem Geld 148 Mark; ich musste sie aber haben, auf der alten hätte ich nicht fertig werden können, denn hier schreiben sie viel für die Clarinette, auch wäre ich ausgelacht worden, wenn ich sie zum Vorschein gebracht hätte, auf ein schönes Instrument wird auch viel gesehen. Was Tanzmusik anbetrifft, so werden hier sehr wenig Rundtänze getanzt; man hat hier wenigstens 15 Arten von Quadrillen, welche mitunter sehr schwer sind. Auch spiele ich jetzt Montags und Samstags Nachmittags in einer Tanzstunde; der Tanzlehrer war früher Lieutenant in Stettin, und steht sich jetzt die Woche auf 40 Dollar“ (Brief vom 17.12. 1880).

Rundtänze sind vor allem die Polka und der Walzer, aber auch der Zwiefache, der Schottische usw., die aus volkstümlichen Tanzvergnügen hervorgingen. Eine späte Form der Quadrille ist der im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts populär gewordene Cancan. Auch der typisch amerikanische Square Dance hat neben dem englischen Morris Dance u.a. auch die Quadrille zur Grundlage. Louis Schütz deutet hier einen Repertorie-Wandel an, der sich auch in den Zusammenstellungen der Notenverlage nachvollziehen lässt. Geht man davon aus, dass Musik- und Notenverlage die Bands und Musikgruppen mit Material für ihre Konzerte versorgten, so kann man sicher sein, dass solche Verlage den jeweils aktuellen Publikumsgeschmack abbildeten.


Ausschnitt aus Peters' Sax-Horn Journal, Cincinnati 1859[Bild: Library of Congress]

In "Peters Saxhorn Journal”, veröffnetlicht in Cincinnati 1859, findet sich folgendes Notenangebot:

“1. Midnight March -- 2. Nannie Waltz -- 3. Leona Waltz -- 4. Charming Waltz -- 5. Cradle Schottisch -- 6. Sunny Hours -- 7. E Pluribus Unum -- 8. Mountain Belle Schottisch -- 9. Anvil Chorus, from "Trovatore" -- 10. Webster's Funeral March -- 11. Masonic March -- 12. Louisville March -- 13. Indiana Polka”: Also Märsche, Walzer, Polka.

„Squire's Cornet Band Olio No. 3“, Cincinnati 1875[Bild: Library of Congress]

Gut 15 Jahre später sieht es schon anders aus: „Squire's Cornet Band Olio No. 3“, ebenfalls aus Cincinnati (1875), das zumindest mit deutschen Instrumenten wirbt, hält folgendes Programm vor:

1. De Kalb Quick Step -- 2. Cottage by the Sea Quick Step -- 3. Florello Quick Step -- 4. Warrington Quick Step -- 5. Somerset Quick Step -- 6. Trent River Reel -- 7. Junction Reel -- 8. Frankenfield's Reel -- 9. Pioneer Reel -- 10. Capt. Shepherd's Quick Step -- 11. Beautiful Leaves Quick Step -- 12. Decoration Dirge -- 13. Hortensia Quick Step -- 14. Little German Band Quick Step -- 15. Little Sweetheart Quick Step -- 16. Mecklenburg Polka -- 17. Lytle Grays Quick Step -- 18. Galop Home Run -- 19. Centennial Overture -- 20. Jamboree Galop -- 21. Gold and Silver Polka -- 22. List to the Convent Bells Quick Step -- 23. Carnival March -- 24. Brazilian March -- 25. Murdock's Quick Step -- 26. Moonlight Serenade -- 27. National Guards Quick Step -- 28. Linda Quick Step -- 29. Oriole Schottische -- 30. 15th Regiment Quick March -- 31. Angels Whisper Quick Step -- 32. Warrior's Quick Step -- 33. Brightest Eyes Quick Step -- 34. Harry Towner's Quick Step”.

Die ein oder andere Poka, der Quickstep jedoch herrscht vor, ein im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts in den USA entstandener Tanz im 4/4 Takt, der überquellende Lebensfreude ausdrücken soll.


In der New Jersey Deutsche Zeitung 6.3.1898 wird zu einem großen Konzert zu Ehren von „Professor Fred. Voss, anlässlich seines 25jährigen Jubiläums als Musik-Direktor der 1. Regimentskapelle“ in das Krueger-Auditorium eingeladen.

[Bild: Diethelm Knauf]

Der Bericht über die Veranstaltung etliche Tage später schwärmt: „Die geräumige Halle strahlte im Festschmucke. Grüne Guirlanden zogen sich im bunten Gewirr rings um die Wände. Über dem Podium hing ein prachtvolles Lichtstranparent, dessen kleine Flämmchen in weißer, blauer und violetter Farbe wie Smaragden und Diamanten funkelten und folgende Inschrift bildeten: 73 Voss 98. Am Fuße des Podiums standen einheimische und exotische Gewächse, deren berauschender Duft den Raum mit einem süßen Aroma füllte.“ (New Jersey Deutsche Zeitung, 17.3. 1898)

In dieser wunderbaren Atmosphäre begann mit der Ouvertüre aus der „wundervoll-ansprechenden“ Mendelsonschen Komposition „Der Sommernachtstraum“ der musikalische Reigen. Edle Klänge durchbrausen den Raum, feine Nuancen und bezaubernde Effekte ziehen schmeichelnd in die Herzen der Zuhörer. Auf dem Programm standen weiterhin „Phantasie“ und „Prophet“ von (Giacomo) Meyerbeer, ein Sopran-Solo des italienischen Opernkomponisten Errico Petrella und Lieder, vorgetragen von einem „Massenchor“, der aus verschiedenen Vereinen zusammengestellt worden war. Die Ouvertüre aus Gioachino Rossinis Oper Wilhelm Tell beendete den musikalischen Teil, der Jubilar erhielt eine „Blumenlyra“ und eine Medaille mit der Widmung „Fred. Voss, 1. Reg., N.G., N.J., Band Master 73 – 98“ (ibid.).

Zumindest aus Anlass des Jubiläums des Musikdirektors gab es keine irgendwie geartete „amerikanische“ sondern klassische deutsche und italienische romantische Musik.

Louis schreibt in seinem oben erwähnten Brief, dass er sich eine neue, schöne C-Clarinette habe machen lassen, u.a., weil seine alte nicht mehr vorzeigbar gewesen sei. Seinen Bruder Fritz hatte er offensichtlich beauftrag, ihm in Deutschland auch ein Tenorhorn bauen zu lassen, denn im Brief vom 11.7. 1881 bestätigt er, dass „das Tenorhorn glücklich angekommen und zu meiner größten Zufriedenheit ausgefallen“ sei. Dafür soll er dem Herrn Müller ein „Compliment“ machen, allerdings habe er noch 18 Dollar an ein New Yorker Wechselgeschäft zahlen müssen. In einem anderen Brief bittet er seinen Bruder Heinrich, ihm „vier Pfund französisches Rohr“ zu schicken, denn „das hiesige Holz für Blätter ist so schlecht, dass es fast nicht zu gebrauchen ist“. Dazu gibt er als Bezugsquelle an: „Adresse für Holz: August Weller Söhne, Markneukirchen/Sachsen“. Aus dem Holz will er dann selber die Blätter für seine Klarinette fertigen (Brief vom 26.4. 1882). Ein Jahr später beruhigt er seine Mutter, dass Bruder Fritz ruhig herüber kommen kann, „denn wenn er erst hier ist, so soll es meine Sorge sein ihm fortzuhelfen; ich setze wenigstens voraus, dass er etwas Tüchtiges gelernt hat in den drei Jahren (beim Militär, DK); wenn er auch gerade nicht der ersten Geige mächtig ist, so kann er 2.te und Viola spielen; wenn er nur bei Blasmusik den B-Bass ordentlich bearbeiten kann, so ist er sehr willkommen“ (Brief vom 12. Juli 1883).[Anm. 3]

Die Musiker also müssen Multi-Instrumentalisten sein, sich in etlichen Musikgenres auskennen, ihr Instrument ausgezeichnet beherrschen, und selbiges muss eine absolute Qualität haben, weswegen man sich gelegentlich Instrumente und Material aus Deutschland bestellt.

Die Militärkapelle des 88. Infanterie Regiments in Mainz-Kastel. In der hinteren Reihe Fritz Schütz mit der Tuba.[Bild: Bernd Höser]

Das ist ein Foto der Militärkapelle des 88. Inf. Reg. in Mainz-Kastel, in der hinteren Reihe ist Fritz Schütz, wohl mit einem Tenorhorn: eine typisch deutsche Militärblaskapelle.


In dieser Band spielten die Brüder Schütz viele Jahre lang. In der zweiten Reihe der Klarinetten vorne Louis Schütz, rechts vom Dirigenten mit Tuba Fritz Schütz.[Bild: Bernd Höser]

In dieser Band spielten die Brüder Schütz viele Jahre lang. Gleich einer Visitenkarte wurde die Band vom professionellen deutschen Photographen Marcus Ulbricht in Newark aufgenommen, möglicherweise zu Werbezwecken. In der zweiten Reihe der Klarinetten vorne Louis Schütz, rechts vom Dirigenten mit Tuba Fritz Schütz.

Für Blasorchester, Brass Bands und Militärkapellen waren Kornett und Saxhorn mit u.a. Waldhorm, Flügelhorn, Tuba populäre und prominente Instrumente bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Hörbeispiel: Hunters’ Chorus, from The Rose of Erin[Anm. 4]

Ab den 1850er Jahren wurden die "all brass bands” vor allem durch deutsche und italienische Einflüsse in der Besetzung der Instrumente verändert. Es finden sich zunehmend „"both brass and reed instruments". Die folgende Stimmbesetzung wird für deutsche Kapellen nun für nötig gehalten: Fagott und Bass Tuba. Trompeten und Zugposaunen; Klarinetten in verschiedenen Stimmungen; Flügelhörner und Soprano Saxhörner, Waldhörner, Bariton Saxhorn, plus Pauken und Becken. Leicht kamen so über 40 Musikanten pro Ensemble zusammen, wie auch bei Voss’ Band. Italienischer Einfluss führte zu einer weiteren Verstärkung der Klarinetten-Sektion und dem Einsatz von Flöten, die im Wesentlichen die Streichinstrumente ersetzten.[Anm. 5] Die Kapellen also wurden größer, spielten ein anderes Repertoire und statt ausschließlich Blechblasinstrument musizierten nun Blech- und Holzinstrumente zusammen.

Hörbeispiel: Indiana Polka[Anm. 6]

Hörbeispiel: Lilly Bell Quickstep[Anm. 7]

Die Hinweise, welche Musik Voss’ Kapelle gespielt hat, sind in den Briefen der Brüder Schütz selber sehr selten. Nur einmal erzählt Louis, dass er bei einem Stück den Solopart hatte: „Anbei schicke ich Euch auch ein Programm von unseren Sonntags-Concerten; die Cavatine aus dem ‚Barbier’ hat meine Wenigkeit vorgetragen, worüber Ihr Euch gewiß wundern werdet, aber ich habe es durch Fleiß und Übung soweit gebracht, dass ich, nachdem unser erster Clarinettist, ein alter Mann, sich zurückgezogen hat, die Stimme übernehmen konnte, denn daß dies nicht so leicht ist, brauche ich Euch wohl nicht zu sagen. Denn als ich hierher kam, da habe ich erst eingesehen, daß ich kein Clarinettist war, und manchmal bedauert, daß man keine richtige Schule durchgemacht hat“ (Brief vom 23.3. 1883). Leider sind von den Programmen, die die Schützens geschickt haben, keine mehr vorhanden. Jedenfalls freut sich Louis Schütz über seinen Aufstieg im Orchester, er hat offensichtlich viel gelernt und bedauert, dass er keine vernünftige Ausbildung erhalten hatte.


Auftritte

Gleich nachdem Fritz in Newark angekommen ist, fängt er an in der Band von Fred Voss zu spielen: "Ich habe schon zweimal mitgespielt, einmal Ball und einmal Theater; der Kapellmeister ist ein sehr guter Mann. Aber so schön wie die Leute hier tanzen, so schön tanzen sie draußen (i.e. in Deutschland, DK) doch nicht; allerlei Tänze, die man in Deutschland noch gar nicht kennt. Überhaupt ist hier ein ganz anderes Leben wie draußen“ (Brief vom 20.12. 1883). An anderer Stelle erwähnt er „wie schön ists hier auf die Masken Bälle“ (Brief vom 4. März 1884), und weil „man hier mehr Fleisch zu essen“ bekommt als in Deutschland, „da kann man schon was aushalten“ und z.B. den B-Bass (also die Tuba) ordentlich „verzwicken“ (Brief vom 8. Juli 1884). Im Brief vom 23. April 1886 erläutern die Brüder ihren Verwandten, wo sie denn so spielen: „Hier ist nach strengem Winter, schon große Hitze eingetreten. Es ist schon fast Alles grün. Unsere Geschäfte sind sehr gut gegangen diesen Winter; augenblicklich gehen sie etwas langsamer, bis wieder nach Ostern, dann spielen wir meist im Freien, Concerte, Pic.Nics und Excursionen. Pic.Nics das sind Tanzvergnügen in Parks. Excursionen sind Ausflüge mit Gesellschaften mit der Eisenbahn oder dem Schiff nach irgend einem Bade-Platz oder einer schönen Stadt, dauern manchmal mehrere Tage. Gut Essen und Trinken ist dabei die Hauptsache“.

Elysian Fields in Hoboken, New Jersey, ein beliebtes Ausflugsziel für Picknicks und Festivitäten auch der New Yorker Vereine und Organisationen[Bild: Wikimedia Commons]

Außer im Freien spielten die "Music Bands”[Anm. 8];  sicher auch in großen Hallen. Holbrook’s Newark City and Business Directory von 1890 führt als "Places of Amusement” auf: Academia of Music, Alhambra & Garden Theatre, Grand Opera Hose, Miner’s Theatre, Newark Opera House”. Dazu kommen aus früheren Zeiten Concert Hall, Liberty Hall, New Institute Hall, Essex Lyceum und die Saenger Hall, später umgetauft in Krueger Auditorium.[Anm. 9]; Diese Hallen konnte man für Veranstaltungen wie Konzerte, Bälle, Sängerfeste und Tanzvergnügen mieten.


Die "Music Bands" spielten nicht nur im Freien, sondern beispielsweise auch in der hier abgebildeten "Academy of Music" in Newark.[Bild: Diethelm Knauf]

[Anm. 10]

Auftrittsmöglichkeiten für Bands gab es also wahrlich genug.


„Vom 3. bis zum 7. Juli haben wir das 16. National Sängerfest des nordöstlichen deutschen Sängerbundes in den Mauern unserer Stadt gefeiert und zwar das großartigste, welches bis jetzt abgehalten wurde, und haben die Deutschen den Amerikanern gezeigt, wie man Feste feiert.
Als am 2. Morgens die ersten Sänger in unserer Stadt einrückten, da prangten die Straßen im schönsten Flaggenschmuck an jedem Haus und in jedem Fenster wehte die deutsche Fahne neben unserem schönen Sternenbanner der Ver. Staaten, und nicht allein Deutsche, sondern alle Nationen halfen mit, um den Fest den Erfolg zu sichern.
Das Orchester war 85 Instrumente stark und in den Massenchören wirkten über 4000 Sänger mit, und feierlich und erhaben ertönte das deutsche Lied in der riesigen Festhalle, welche eigens zu dem Zweck errichtet worden war.
Auch im Preissingen wurden sehr gute Resultate erzielt; zwar konnte nicht jeder Verein einen Preis erhalten, aber diejenigen, welche enttäuscht wurden, können sich ja trösten auf das nächste Sängerfest, welches in 3 Jahren in unserer Nachbarstadt New York abgehalten wird. Am Sonntag, dem 5. Juli waren über 50.000 Personen auf dem Festplatz, und Ihr könnt Euch denken, dass da manches Fass Gerstensaft geleert wurde, und trotzdem kam auch nicht der geringste Fall vor, welcher Unfriede und Streitigkeiten veranlasst hätte, was den Deutschen zur größten Ehre gereicht in diesem Lande.
Auch war das Fest vom schönsten Wetter begünstigt, ausgenommen der letzte Tag, welcher verregnete, und so war der finanzielle Erfolg gesichert, so dass die Ausgaben von 60.000 Dollar vollständig gedeckt wurden.
Wir waren dabei jeden Tag beschäftigt und waren natürlich Alle froh, als es vorüber war“. (Brief vom 29. Juli 1891).
Der letzte Satz bezieht sich sicherlich auf das musikalische Engagement der Schütz Brüder auf diesem beeindruckenden Fest.

Sicher boten Vereins- und kulturelle Aktivitäten der jeweiligen ethnischen communities hervorragende Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten für Musiker. Im Laufe der Zeit entwickelten sich aber auch wahrhaft „amerikanische“ Spielmöglichkeiten. Anläßlich des Todes von Frederick Voss fasst eine Zeitung zusammen: „For forty years Frederick Voss has been known as leader of Voss’ band, an organization which appeared at many national gatherings, notably Republican conventions. For a time it played on the beach front at Asbury Park”.[Anm. 11]

Der Strand von Asbury Park, New Jersey, im frühen 20. Jahrhundert.[Bild: Library of Congress]

Die New Jersey Deutsche Zeitung, ist voll von Berichten über die musikalischen Aktivitäten der Vossschen Band. Am 27.9. 1883 berichtete sie über den Geburtstag des Bandleaders, zu dem natürlich die Kapelle ein Ständchen brachte. Auch für kommerzielle Zwecke tritt die Band auf, sie spielt ein großes „sacred concert“ bei den Grundstücksgeschäften in Columbian Heights, South Orange Ave, sacred concert – offensichtlich kirchliche und religiöse Musik.


Anzeige der West End Land Improvement Company in der "New Jersey Deutsche Zeitung" vom 27. August 1893.[Bild: Diethelm Knauf]

[Anm. 12]

Im Caledonian Park spielt Voss’ Band am 15. Sept. 1895 zwei Konzerte (nachmittags und abends) mit Kornett-Solo Stücken und Kornett plus Gesang.


Im Caledonian Park spielt Voss’ Band am 15. Sept. 1895 zwei Konzerte (nachmittags und abends) mit Kornett-Solo Stücken und Kornett plus Gesang.[Bild: Diethelm Knauf]

Hörbeispiel: The Friendly Rivals.[Anm. 13]

Auch in Trenton, der Hauptstadt des Bundesstaates New Jersey, berichtet die Trenton Evening Times gelegentlich über die Aktivitäten der Vossschen Band, z.B. begleitet die Kapelle einen gewissen Captain Joseph Rabig der Protection Light Guard (eine Abteilung der Feuerwehr des Ortes Elizabeth) zum Schützenfest „at Schloetteres Schuetzen Park“ (21.10.1884).[Anm. 14] Sie ist auch bei der Amtseinführung des demokratischen Gouverneurs des Bundesstaates New Jersey, Green, dabei, zusammen mit Veteranenverbänden aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, Parlamentsabgeordneten, Abteilungen der Feuerwehr, politischen Organisationen wie der Trenton Democratic League und verschiedenen anderen Bands. (Trenton Evening Times 23.12. 1886 und 18.1. 1887). Am 16.9. 1888 berichtet die Zeitung über ein Engagement der Band bei der Parade der Eagle Fire Company; sie spielte ebenso auf dem Schützenfest des Lafayette Gun Club (29.10. 1890), verschiedenen kirchlichen und militärischen Paraden (11.7. 1892), für Freimaurerlogen und Wohltätigkeitsgesellschaften (19.2. 1893 und 9.8. 1896 unter dem Titel: Our Secret Societies. News and Gossip concerning our Various Fraternities) wie für den German Republican Club (6.1. 1895). Im Sommer 1896 gibt es bei den Sommerkonzerten im Asbury Park nicht nur viel Regen sondern auch Beschwerden darüber, dass die Musik die Sabbat Ruhe störe. „The Alderman refused to order the concerts stopped but directed Bandmaster Voss to play nothing but patriotic and sacred music at the Sunday concerts” (12.7. 1896). Am 12.7. 1899 spielte die Band vor 2000 Besuchern eines Festivals der Elk Lodge in New Brunswick. Besondere Bedeutung mag der Band-Auftritt bei einer „convention“ des demokratischen Präsidentschaftskandidaten William Jennings Bryan im Taylor Opera House gehabt haben, das zum Brechen voll gewesen sei und auf der er die Republikanische Partei scharf angegriffen habe: „The Voss band from Newark was just outside the opera house and as soon as the candidate was seen coming up Broad Street in a carriage the band began to play“ (Trenton Evening Times, 26.10. 1900). Voss’ Band spielte zusammen mit einer ganzen Reihe weiterer amerikanischer Militärkapellen auch bei den Feierlichkeiten in Erinnerung an die Schlacht bei Trenton, bei der u.a.. der spätere Präsident Woodrow Wilson die Hauptrede hielt (17.1. 21901, 20.12. 1901 und 22.12.901)[Anm. 15]. Bei den Feiern zur Schlacht bei Freehold für die „Monmouth Heroes“[Anm. 16] spielte Voss’ band Teile der „American Fantasie“ von Victor Herbert, nach Gebeten und dem Segen von Bishop McFaul gab es noch „My Own United States“, gesungen von einem High School Chor, die patriotische Hymne „America“ und „The Star Spangled Banner“.

Videobeispiel: "American Fantasie"[Anm. 17].

Die kurze Auswahl von Zeitungsberichten zeigt, dass Voss’ First Regiment Band zunehmend bei Veranstaltungen der dominanten amerikanischen Kultur auftrat, bei politischen und religiösen Organisationen (Parteien, Freimaurerlogen), bei Institutionen des öffentlichen Dienstes (Feuerwehr z.B., die in der Regel von irischen Einwanderern beherrscht wurde), aber auch bei patriotischen Veranstaltungen. Auf diese Paraden muss ein entsprechendes Musikrepertoire dargeboten worden sein. Daneben ist davon auszugehen, dass die Kapelle weiter auf kulturellen Veranstaltungen auch der deutsch-amerikanischen Nachbarschaften auftrat.

Sicher hing die Auswahl des musikalischen Programms vom jeweiligen Anlass ab: Beliebte Stücke der deutschen und italienischen Romantik und Volkslieder bei Konzerten in Hallen und Parks, die neuesten Quicksteps und andere moderne Tänze bei Bällen und Tanzvergnügen, Märsche und patriotische Hymnen bei Paraden und politischen Ereignissen. Und doch lässt sich die Frage nicht beantworten: Wie hat die Voss’ Band geklungen? Und wissen möchte man eigentlich auch, ob sie genuin amerikanische Musik, wie z.B. Ragtime in ihr Programm mit aufgenommen hat.


Von der Politik

Politische Themen kommen in den Briefen der Schütz-Brüder kaum vor. Gelegentlich wird über Präsidentenwahlen berichtet: „Man weiß auch wirklich nicht, was man immer schreiben soll, denn den ganzen Herbst hörte man weiter nichts als von der Präsidentenwahl, welche nun glücklich vorüber ist, und jetzt ist wieder Alles ruhig und die meisten Geschäfte gehen sehr schlecht“ (Brief vom 29. November 1884). Trotzdem fahren sie einmal zur Inauguration des neuen Präsidenten (das war Benjamin Harrison, der 23. US-Präsident, der von 1889 bis 1893 im Amt war): „Diese Woche waren wir vier Tage in Washington, welches die Hauptstadt ist von den Vereinigten Staaten, zu den Feierlichkeiten bei der Einsetzung unseres neuen Präsidenten. Denn hier wird alle vier Jahre ein neuer Präsident gewählt, welcher dann immer am 4. März mit großem Pomp eingesetzt wird. Washington ist eine sehr schöne Stadt und hat sehr viele Sehenswürdigkeiten“ (Brief vom 9. März 1889).

Ein anderes Mal nutzt Louis Schütz den Besuch des Parteitags der Demokratischen Partei, auf dem deren Präsidentschaftskandidat nominiert wurde, zu einer Reise nach Chicago: „Im Juni waren wir mit einer demokratischen Gesellschaft für eine Woche in Chicago zur Convention, bei welcher Ex-President Cleveland wieder als demokratischer Candidat for President aufgestellt wurde. Das war eine sehr schöne Reise, bei welcher wir Gelegenheit hatten einen schönen Theil der Vereinigten Staaten zu sehen. Die Fahrt dauert von hier nach Chicago gerade 28 Stunden; wir hatten Spezial-Zug mit Speise- und Schlafwagen, so daß es uns an Nichts fehlte, In Chicago angekommen, bezogen wir Quartier in einem sehr feinen Hotel, hatten wenig zu thun, und somit hatten wir auch reichlich Gelegenheit, uns die Stadt anzusehen. Chicago ist eine sehr große Stadt, hat riesigen Verkehr, viel Sehenswürdigkeiten und kolossal hohe Gebäude. Man kann da Gebäude von 12 bis 20, ja sogar bis 22 Stockwerke bei Hunderten aufzählen“ (Brief vom 20. Juli 1892). Offensichtlich beeindrucken die Wolkenkratzer auch den Besucher aus Newark. Allmählich schleichen sich Anglizismen in Schütz’ Sprache ein, und der Satz, dass sie nicht viel zu tun hatten, spricht dafür, dass sie mit Voss’ Band bei der Democratic Convention dabei waren. Im März des folgenden Jahres war die Band offensichtlich wieder in Washington zur „Installierung unseres neuen Präsidenten Grover Cleveland, bei welcher es großartig zuging diesesmal“. Er fügt an, dass am 1. Mai die Weltausstellung in Chicago eröffnet würde, „bei welcher auch Deutschland stark vertreten sein wird, sogar zwei deutsche Militair-Kapellen werden dieser Tag hier landen; ob wir hinkommen werden ist noch ungewiß“ (Brief vom 14. April 1893).

Richtig hoch schlagen die politischen Wellen auch im Brief des Louis Schütz nach der sog. Haymarket-Affäre in Chicago 1886. Am 1. Mai 1886 begannen dort mehrtägige Streiks und Demonstrationen, um den 8-Stunden-Tag für die Arbeiterklasse durchzusetzen. Sechs Arbeiter wurden bei Streik und Aussperrung der McCormick Landmaschinen Fabrik erschossen. Die Lage eskalierte Tage später, als jemand eine Bombe in die Menge warf, die sich am Haymarket-Square versammelt hatte. Zwölf Menschen, darunter auch etliche Polizisten starben. Die Polizei eröffnete daraufhin das Feuer und tötete und verletzte eine unbekannte Zahl von Protestierenden. Da einige der Redner dieser Veranstaltung Anarchisten gewesen waren, ging man davon aus, dass ein Anarchist die Bombe geworfen hatte. Ein Beweis für eine solche Verbindung konnte allerdings nie erbracht werden. Im folgenden Jahr wurde das Urteil vollstreckt, welches Louis Schütz so kommentiert: „Das Hauptgesprächsthema hier in den letzten Wochen war die Hinrichtung der Chicagoer Anarchisten; ich weiß nicht, ob Ihr es in Deutschland gelesen habt oder nicht. Es waren nämlich 7 Mann die Haupträdelsführer und Agitatoren der Anarchisten, darunter 5 Deutsche, zum Tode verurtheilt worden, weil sie durch Schriften und Reden das Volk bei einer Arbeiter-Versammlung auf dem Haymarket in Chicago aufhetzten, eine Dynamitbombe gegen die Polizei zu schleudern, wodurch 7 Polizisten getötet und 60 Personen verwundet wurden. Zwei von diesen Weltverbesserern wurden zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt, einer beging am Tage vor der Hinrichtung Selbstmord, und die übrigen 4 wurden am 11. November an einem Galgen zu gleicher Zeit gehenkt.
Wie Ihr Euch nun denken könnt, wurde viel darüber gesprochen und geschrieben. Das Schlimmste an der Sache ist jedoch, es wirft einen bösen Schatten auf die hier ansässigen friedliebenden Deutschen, indem die meisten unsere Landsleute waren“ (Brief vom 25.11. 1887). Alles kann man in Amerika wohl doch nicht so frei aussprechen.

Alltägliches aus dem Musikerleben

1895 hat Fritz seinen Namen amerikanisiert: Er heißt jetzt Fred, unter Profession steht „musician“. 1905 ist er auch als „music teacher“ verzeichnet. Lapidar resümiert er 1902: „Die Musik-Geschäfte gehen hier beinahe ein Jahr wie das andere – manchmal viel, manchmal weniger“ (Brief vom 1.7. 1902). Zehn Jahre vorher hatte es eher gute Zeiten gegeben: „Jetzt ist der Winter nun auch wieder herum. Es war wieder recht kalt, aber jetzt ist es hier schon warm. Die Geschäfte waren auch recht gut. Wir haben Wochen gehabt, wo wir jede Nacht gespielt haben. Ihr könnt Euch denken, hier ist eine Halle, wo seit 1. Oktober jede Nacht ein Ball war, dass es genug zu thun gibt für die Musiker. Unser Kapellmeister hat alle die feinen Bälle, wo wir immer im Frack kommen müssen. Die Bälle fangen um 10 Uhr Abends an und um 4 Uhr Morgens ist es alle, und da ist immer um 1 Uhr noch große Pause“ (Brief vom 27.3. 1892). Die Musiker sind es zufrieden, es sei keine schwere Arbeit, sagen sie. Im Sommer 1908 freut sich Louis wieder auf ein Engagement bei eine „Sommer-Oper“, welches er schon vorheriges Jahr hatte, jedoch ein Jahr später klagt er, dass die Geschäfte, „welche jetzt schon ein und eineinhalb Jahre sehr schlecht waren“, dass diese Geschäfte sich noch nicht bessern wollen, „was wir im Musikgeschäft natürlich erst recht fühlten, indem sehr viele Vereine wegen der schlechten Zeiten keine Festlichkeiten abhielten“ (Brief vom 5.4. 1909). Sein Engagement bei der Sommer-Oper, „welche von Juni bis September“ dauert“, hilft ihm über solche Schwierigkeiten hinweg. Ein immer wiederkehrendes jährliches Engagement hat Louis auch im "Operetten-Theater im Olympia Park“. Dieses, wie auch ein „Winter-Theater“, erwähnt er 1912, 1913, und 1914.

Thomas Edison mit seinem Zinnfolien Phonographen, 1878.[Bild: Library of Congress]

Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts spielten die Musiker live. Dann setzte eine entscheidende Neuerung ein: Im Dezember 1877 stellte Edison seinen Phonographen der Weltöffentlichkeit vor. Musik ließ sich in Wachswalzen pressen und so konservieren. Bei Bedarf konnte man sie – auch ohne Musiker – wieder abrufen und hören. Für Musikanten eine ganz grundlegende Wandlung ihres Berufes: „Hier hat ein Amerikaner Namens Edison ein Instrument erfunden, er nennt es Phonograph; wenn man da hinein spricht oder singt oder spielt, so kann man genau dasselbe wieder hören, wenn es fortschickt und in Bewegung setzt, was man hinein gespielt (…) hat“ (Brief vom 24.August, unleserlich, wahrscheinlich 1890). Folgerrichtig konstatiert Fritz einige Jahre später: „Wir sind jetzt viel beschäftigt in Edidosns Phonograph, wo Ihr gewiß auch schon von gehört habt“ (Brief vom 9.7.1893), was sich nicht anders interpretieren lässt, als dass Voss’ Band nun vermehrt Musik aufnimmt. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts werden die Aufnahmen im Studio immer wichtiger: „Bruder Fritz und ich sind noch recht aktiv und müssen noch recht hart arbeiten, denn unser Hauptgeschäft ist jetzt, für den Edison Phonograph zu spielen, wo wir diese Musikwalzen herstellen, und da muß man so stark wie nur möglich blasen, den p. und pp (piano und pianoforte) werden da nicht beobachtet“ (Brief vom 27.3. 1901).

Neben solch revolutionären Erfahrungen spielt der normale Musiker-Alltag in den Briefen eine große Rolle: Bruder Fritz wird „einen neuen Tuba“ (sic) bekommen, einen „großen B-Bass“, der in New York gemacht wurde, „und kostet 100 Dollar“. (Brief vom 29.7. 1891), Im Brief vom 20. 11. 1891 freut sich Fritz: „Mein neues Tuba ist sehr gut ausgefallen. Da kann man einen Ton darauf blasen wie auf einer Orgel; es wiegt aber auch zwanzig Pfund. Hier machen sie viel bessere Instrumente wie in Deutschland“. Man erinnere sich: Zu Beginn ihrer Musikerkarriere in den USA ließen sich die Brüder ihre Instrumente noch in Deutschland fertigen und sie nach Amerika schicken, sogar das Holz für die Klarinetten-Blättchen.

1909 stirbt der Kapellmeister Voss ganz plötzlich bei einer Probe an Herzschlag, die beiden Brüder sind berührt. „Ich und Louis haben, seitdem wir in Amerika sind, unter Herrn Voss gespielt; er war ein feiner Herr“ (Brief vom 2.6. 1909).

Louis Schütz mit Klarinette.[Bild: Bernd Höser]

Auch mit einer zweiten großen Veränderung im Mediengeschäft kommt Louis Schütz in unmittelbaren Kontakt. Am 7. Mai 1920 schreibt er: „Seit Dezember letzten Jahres habe ich ein Engagement in einem großen Wandelbilder Theater, wo wir jeden Tag, Sonntags eingeschlossen, Nachmittags und Abend spielen, und es wird immer nach 11 Uhr Abends, wenn ich sehr müde nach Hause komme“.[Anm. 18] Die „Wandelbilder-Theater“ sind Stummfilm-Kinos, in denen Orchester die Filmaufführung begleiten. Louis ist stolz, dass er sein „Stimme noch ganz gut leisten“ kann, denn „heutzutage stellen die Componisten und Dirigenten große Anforderungen an den Clarinettisten“ (ibid.). Auch das nächste Jahr, ist Louis „sehr beschäftigt im Theater“ (Brief der Nichte Ida vom 30.11. 1921). Dass er gesund ist, bestätigt Louis selber, er sei „mit seinen 70 Jahren immer noch im Stande im Orchester mitzuwirken“ (Brief vom 15.9. 1925). Das gelingt ihm auch noch ein Jahr später. Bald aber gibt er nur noch Unterricht: „Die Musik habe ich diesen Winter aufgegeben, denn wenn man 73 Jahre alt ist, hört das Blasen von selbst auf“(Brief vom 12.1. 1929), nachdem er noch im Jahr vorher mitgeteilt hatte; dass er nur noch ein bisschen hier und da aushelfe, allerdings zu „einer Zivil-Blaskapelle von 50 Mann“ gehöre, „welche jeden Mittwoch Abend in einem unserer schönen Parks ein Freiconzert gibt“, das durch Geschäftsleute und Sponsoren finanziert werde (Brief vom 26.7. 1918). Doch sein Interesse am Fortgang des Musikbetriebes bleibt rege, so registriert er mit großem Mitgefühl den Niedergang der Theater-Orchester, die die Stummfilme begleitet hatten: „Für unsere Musiker in den Theatern sind die Aussichten besonders schlecht. Seitdem die Sprechfilme eingeführt sind, wurden viele entlassen, und die Theater-Manager versuchen ihr Bestes ohne Orchester fertig zu werden“ (Brief vom 7.12.1930). Der Tonfilm hatte in den Kinos Einzug gehalten.

Der Lebensweg der Gebrüder Schütz beschreibt zunächst eine nicht untypische Einwandererkarriere: In Amerika gelingt ihnen ein sozialer Aufstieg, der in Deutschland so kaum möglich gewesen wäre, eine Bauernstelle war nicht in Aussicht, ein Handwerk hatten sie nicht erlernt, als professionelle Musiker standen ihnen in den USA sicher mehr Möglichkeiten offen. Bis zum Ersten Weltkrieg existierte eine deutsch-amerikanische Kultur, die mit Konzerten, Tanzvergnügungen, Vereins- und Familienfeiern (Geburt, Kommunion oder Konfirmation, Heirat, Begräbnis), Sänger- und Turnerfesten ein großes Angebot an Auftrittsmöglichkeiten vorhielt. Parallel entwickelten sich Spielmöglichkeiten im Kontext der amerikanischen dominanten Kultur: patriotische Paraden und politische Veranstaltungen, Bälle und Freiluftkonzerte, Auftritte bei Freizeitveranstaltungen anderer ethnischer Gruppen. Louis und Fritz Schütz waren Zeitzeugen großer Veränderungen in der Medienwelt: Mit dem Phonographen hielt aufgezeichnete Musik Einzug in die Musikgeschichte, der Tonfilm löste den von Orchestern begleiteten Stummfilm ab, Musikaufnahmen für Grammophon (erfunden 1887) und Schallplatte, für das Radio (ab 1925) und die Jukebox (z.B. der Firma Wurlitzer ab 1932) nahmen rasant an Fahrt auf. Mit Blues, Ragtime, Jazz und Dixie begann sich eine genuin amerikanische Musik herauszubilden. Ob die Schützens auch solche Musik spielten, wissen wir nicht, wohl aber was Fritz’ Tochter Ida 1929 in den Taunus schrieb: „Vater erzählte oft von seinem militärischen Leben. Ich freute mich zu hören, wie die Musik in unserer Familie weiter lebt, und hoffe, dass wir immer Musiker in der Familie haben“ (Brief vom 6.1. 1929).

Anmerkungen:

  1. Immer wieder vergleicht Louis Preise und Löhne in Amerika mit denen in Deutschland: „Das Rasieren kostet hier im allergewöhnlichsten Barber Shop 10 Cents = 40 Pfg. und das Haarschneiden 25 Cents = 1 Mark, dabei geht der Barbier noch keinen Schritt aus dem Hause“ (Brief vom 17.12. 1880). Für 1 kg Schweinefleisch bezahlte man um 1900 in Deutschland ungefähr 1 Mark 50. Zurück
  2. In diesem Adressbuch tauchen unter music bands auch Hinchcliffe J. und Hinchcliffe, Richard auf, Louis heiratete später eine Witwe Hinchcliffe. Vier Jahre vorher hatte es noch einen dritten Hinchcliffe gegeben,  A., der mit J. in der Bel Av Ecke Clinton wohnte. Auch Voss’s Band ist hier schon aufgeführt, wohl als Nachfolger des „late Reinhard’s“. Zurück
  3. Im selben Brief schreibt er, dass es ihm nicht möglich war, einen gewissen Herrn Diehl unterzubringen, „denn auf Bariton allein kann ein Mann sein Leben nicht gut machen“. Zurück
  4. Title: Hunters' Chorus, from The Rose of Erin; Contributor Names Benedict, Julius -- 1804-1885 (arranger); Fennell, Frederick (conductor); Created / Published: Library of Congress, monographic. Brass band music. Performed by band playing brass instruments from collections of the Smithsonian Institution; Frederick Fennell, conductor. Recorded Sept. 1974, Coolidge, Auditorium, Library of Congress, Washington, D.C. Stand: 23.5.2016. Zurück
  5. Band Music from the Civil War Era,  https://www.loc.gov/collections/civil-war-band-music/articles-and-essays/the-american-brass-band-movement/essay-notes/#note19, Stand 23.5.2016 Zurück
  6. Title Indiana Polka; Contributor Names; Jaeger, Edmund (composer); Fennell, Frederick (conductor); Created / Published: Library of Congress, monographic. Brass band music. Performed by band playing brass instruments from collections of the Smithsonian Institution; Frederick Fennell, conductor. Recorded Sept. 1974, Coolidge, Auditorium, Library of Congress, Washington, D.C. Stand: 23.5.2016. Zurück
  7. Title Lilly Bell Quickstep Contributor Names; Jaeger, Edmund (composer); Fennell, Frederick (conductor); Created / Published: Library of Congress, monographic. Brass band music. Performed by band playing brass instruments from collections of the Smithsonian Institution; Frederick Fennell, conductor. Recorded Sept. 1974, Coolidge, Auditorium, Library of Congress, Washington, D.C. Stand: 23.5.2016 Zurück
  8. Das City Directory von 1890 listet: Conklin William, Ebbecke Theodore, Germania Schutzen (sic), Hinchcliffe J, Hichcliffe Richard, National Drums and Fife Corps, Sperati Victor, Suenderhaft Francis, Voss’, Weber Edward. In den Namen deuten sich deutsche, britische und italienische Wurzeln an. Zurück
  9. Frank Urquhardt, A History of the City of Newark, New Jersey, 1913, vol. 2, p. 813ff. Zurück
  10. Holbrok’s Newark City Directory 1880, p. 1156. Zurück
  11. Asbury Park Press, 4 May 1909, Tue. Zurück
  12. Anzeige der West End Land Improvement Company in New Jersey Deutsche Zeitung 27.8.1893. Zurück
  13. Composer Charles Godfrey, cornet Herbert L. Clarke, Emil Keneke; Recorded Sound Section, Library of Congress. Inclusion of the recording in the National Jukebox, courtesy of Sony Music Entertainment. Zurück
  14. Am 23.10.1884 bringt die Zeitung einen ausführlichen Bericht des Umzuges zum Schützenpark. Der liest sich wie ein re-enactment amerikanischer Geschichte inklusive bear hats, red shirts and dark pants, und Springfield rifles, Mittendrin „Voss’ brass band, of Newark.“ Zurück
  15. Die Schlacht von Trenton fand am 26. Dezember 1776 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg statt. Durch den Sieg seiner Truppen konnte General Washington die Situation der Unabhängigkeitskämpfer nach einer Reihe von Rückschlägen wieder stabilisieren. Zurück
  16. Am 28. Juni 1778 wurde eine wichtige Schlacht zwischen Amerikanern und Briten im Unabhängigkeitskrieg geschlagen und zwar in Monmouth Court in New Jersey. Zurück
  17. “There was a two minute wax cylinder version of this piece, performed by the "Edison Concert Band" as early as 1903” lautet die Unterschrift unter dieses youtube-Einspiel, es gibt auch ein recording vom Vicotr Herbert Orchestra auf der Seite der Library of Congress. Zurück
  18. Ein paar Sätze später stellt er fest, dass die Clarinete „ein gar trubelsames (=troublesome, DK) Instrument“ sei, immer müsse man die Lage der Blätter nachsehen und neue Polster unter den Klappen anbringen. Zurück