Hinweise

Quellen

Aus: Heß, Hans: Konrad Krez - Ein deutscher Freiheitskämpfer und Poet in der Alten und Neuen Welt, in: Scherer, Karl (Hg.): Pfälzer - Palatines. Beiträge zur pfälzischen Ein- und Auswanderung sowie zur Volkskunde und Mundartforschung der Pflaz und der Zielländer pfälzischer Auswanderer im 18. und 19. Jahrhundert, Kaiserslautern 1981, S. 245-272.

Konrad Krez - Ein deutscher Freiheitskämpfer und Poet in der Alten und Neuen Welt

Konrad Krez wurde am 27. April 1828 in Landau in der Pfalz geboren. Seine Eltern waren der königliche Lotto-Einnehmer Johann Baptist Krez und dessen Ehefrau Catharina Louise Henriette. Von seinen drei Geschwistern überlebte nur der Bruder Paul August Anton (geb. 1829).
Nach der Entlassung des Vaters 1832 geriet die Familie in schwere wirtschaftliche und finanzielle Probleme. Der Vater trat daraufhin ins Militär ein und zog als Freiwilligen-Leutnant mit einem bayerischen Truppenkontingent und dem Prinzen Otto von Wittelsbach, den die Griechen zu ihrem König gewählt hatten, nach Athen. Dort starb er bereits  1833 an einer Krankheit, seine Familie in wirtschaftlicher Not zurücklassend.
Die Mutter musste schwer arbeiten, um ihre Kinder zu ernähren. Dennoch schaffte sie es, ihrem ältesten Sohn Konrad ab 1838 den Besuch der Landauer Lateinschule zu ermöglichen. Dieser erwies sich als so begabt, dass er 1842 einen Freiplatz im Bischöflichen Seminar in der Kreishauptstadt Speyer erhielt. Damit schien der Weg vorgezeichnet, Geistlicher zu werden. Doch dies  dem Jugendlichen nicht gepasst zu haben, so dass er bereits 1844 wegen der „Verbreitung ketzerischer Gedanken“ aus der Schule geschmissen wurde. Der junge Konrad Krez war daher gezwungen, sich anderweitig  zu orientieren und Unterricht als Privatlehrer zu geben.  Über einen Kontakt erhielt er 1846 ein Stipendium für das Studium zum Bergbauingenieur an der Polytechnischen Schule in München. Er wechselte dann wieder in den bayerischen Rheinkreis nach Speyer. Als ihm im Spätjahr 1847 das Geld zum Studieren ausging, kehrte er nach Landau zurück.
Zu Beginn des Jahres 1848 brach in Deutschland die Revolution aus. Krez schloss sich einem  Freikorps an, das nach Schleswig-Holstein in den Kampf gegen die Dänen zog. Nachdem der Frieden in den bedrohten Herzogtümern wiederhergestellt war, kehrte er im Sommer 1848 in die Pfalz zurück und begann noch im Sommer 1848 an der Universität Heidelberg ein Jura-Studium. Ab dem Sommersemester 1849 setzte er sein Studium an der Universität München fort.
Als die Revolution unterzugehen begann, eilte Krez von München heim in die Pfalz und schloss sich den pfälzischen Freischaren an. Er wurde Mitglied der „Studentenlegion der Rheinpfalz“ und nahm dort eine führende Rolle ein. Aus den Anklage-Akten von 1850 ging hervor, dass er möglicherweise am  Sturm auf die Festung Landau am 20. Mai 1849 beteiligt war. Vor allem tat er sich aber durch seine publizistische Tätigkeit hervor. In der „Proklamation des Legionärs Conrad Grätz“  vom Ende Mai/Anfang Juni  1849 rief er zur Zerschlagung der bestehenden Ordnung auf Und wurde daraufhin  zur Fahndung ausgeschrieben.
Als im Juni 1849 die revolutionäre Erhebung von den preußischen Truppen endgültig niedergeschlagen wurde, war damit auch das Schicksal der Freiheitskämpfer besiegelt. Ihnen blieb fortan die Heimat verschlossen, auch nach Konrad Krez wurde bereits gefahndet. Das Hauptbeweisstück der Anklage gegen ihn war die von ihm verfasste „Proklamation“. 1850 wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
Während des Zusammenbruchs des Aufstandes hielt sich Krez bei seiner Mutter in Landau auf. Von Freunden konnte er gerade noch rechtzeitig gewarnt werden, so dass ihm die Flucht in Mädchenkleidern gelang. Krez floh weiter im Juli 1849 über Weißenburg  nach Straßburg und dann weiter in die Schweiz. Doch es gelang ihm nirgendwo, Fuß zu fassen, worauf er die Alte Welt verließ und wandte sich weiter weg: 1851 kam er in New York an.
Dort knüpfte er rasch Kontakte zu anderen Deutschen, die bereits in den USA lebten. Engen verbunden war er mit dem Rechtsanwalt Johann Adam Stemmler aus Speyer, 1852 heiratete er dessen Tochter Adolphine. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor, vier Töchter und drei Söhne. In New York nahm Krez auch sein Jura-Studium wieder auf, das er 1853 abschloss.
Die Familie zog daraufhin nach Sheboygan in Wisconsin um, wo Krez 1854 eine Anwaltspraxis für  Zivilsachen eröffnete. Die Kanzlei lief gut und Krez machte Karriere, er stieg auf bis zum gewählten Rechtsvertreter des Distrikts. Ab 1860 war er der Herausgeber der deutschsprachigen „Sheboygan-Zeitung“.
Als der amerikanische Bürgerkrieg ausbrach, rekrutierte Krez im Sommer 1862 ein Freiwilligen-Regiment für die Nordstaaten, welches vorwiegend aus Deutschen bestand. Dieses  „27. Infanterie-Regiment Wisconsin“ diente in der Unions-Armee unter General Grant. Es nahm unter anderem an der Belagerung von Vicksburg 1863 teil. Auch bei verschiedenen anderen Schlachten tat sich Krez Regiment besonders hervor. Daher findet sich noch heute am Denkmal für die Krieger der Nordstaaten in Vicksburg, Missouri der Name von Konrad Krez an erster Stelle unter den Namen seines Regiments.
Nach Ende des Krieges 1865 kehrte er wieder in die Heimat nach Sheboygan zurück. Er eröffnete wieder seine  Anwaltspraxis und übte wie vor Krieg das Amt eines juristischen Beraters und Bevollmächtigen beim Distrikt bzw. bei der Stadt aus. 1885 wurde er nach Milwaukee berufen und übte dort die Aufsicht über das Zollwesen aus. 1888 wurde er am United States Supreme Court, dem höchsten Gericht des Staates, als Rechtsanwalt zugelassen. Zudem war er politisch aktiv und betätigte sich in der Demokratischen Partei, vor allem im Rechtsausschuss.
Am 9. März 1897 verstarb er 68-jährig nach kurzer Krankheit. Er wurde in Milwaukee beerdigt.
Trotz seines engagierten Einsatzes für seine neue Heimat USA, vergaß Konrad Krez doch seine Heimat Deutschland nie und gedachte ihrer in zahlreichen Gedichten. Diese handeln vor allem von der Sehnsucht  nach der verlorenen Heimat. Sein bekanntestes Werk ist das „Gedicht an mein Vaterland“, das 1868 in Sheboygan/Wisconsin entstand. Es wurde 1902 von dem Heidelberger Komponisten Otto Lob vertont.
Am Haus Königstraße 2 in Landau prangt eine Gedenktafel mit der Inschrift „Geburtshaus von Konrad Krez – 1828-1897 – Dem Sänger und Kämpfer für Deutschlands Freiheit und Einheit“. Sie wurde  anlässlich des 40. Todestag 1937 angebracht. Sein Nachlass liegt im Stadtarchiv Landau.

Redaktionelle Bearbeitung: Evelyn Heid