Philipp H. Postel - Von Hassloch zur Mascoutah Star Mill

Philipp H. Postel, ein pfälzischer Bauerssohn wurde in Mascoutah, South Illinois zu einem wohlhabenden Müller. Postel wurde am 11. Juli 1818 in dem pfälzischen Dorf Hassloch zwischen Neustadt und Speyer geboren. Er war aus einer kinderreichen Familie und konnte weder eine Ausbildung noch ein Studium absolvieren. Um der bäuerlichen Armut entkommen, suchte Philipp H. Postel nach einem neuen Leben in der Neuen Welt.

Im Jahr 1841 wanderte Postel mit einigen seiner Freunde nach Amerika aus. Ihre Reise ging von Mannheim auf dem Rhein nach Düsseldorf, Rotterdam und weiter nach LeHavre. Nach über 3 Monaten Reise kam Postel am 21. Juni 1841 in New York an. Postel und seine Freunde reisten über Philadelphia nach Pittsburgh und von dort auf dem Mississippi nach St. Louis, das sie am 20 Juli 1841 erreichten. Postel traf in dem Städtchen Mascoutah bei St. Louis auf viele ausgewanderte Hasslocher. Das Phänomen der Kettenwanderung hatte sie alle in die Neue Welt. Unmittelbar nach seiner Ankunft in South Illinois arbeitete Postel als Müller. Er ging mit Conrad und Philip H. Eisenmayer – ebenfalls zwei Pfälzer – eine Partnerschaft für eine Mühle ein. Ihr Unternehmen war sehr erfolgreich, da alle pfälzischen Bauern in Mascoutah bei ihnen ihr Korn mahlen ließen. Postel heirate 1842 Anna Maria Eisenmayer, die Schwester seiner beiden Geschäftspartner. Beide kannten sich schon aus der alten Heimat und besuchten diese 1848 auch für einige Wochen als Ferien.

Postel kümmert sich auch um eine gute Kommunikation zu den englisch-sprachigen Farmern, er lernte schnell und gut Englisch und konnte sich so einen großen Kreis an Kunden eröffnen. Sein Erfolg in dem Mühlgeschäft war so groß, dass er 1849 und 1851 seine Partnerschaft mit dem Eisenmayers löste, um eine eigene Mühle zu betreiben. Seine Mühle wurde im Laufe der Jahre einem bedeutenden Handelszentrum von Mascoutah. Postel profitierte besonders davon, dass 1850 sehr viele pfälzische Farmer nach Mascoutah auswanderten und fast ausschließlich bei ihm ihr Korn mahlen ließen. 1886 wurde daraus die Gesellschaft Ph. H. Postel Milling Co., die später unter den Namen Mascoutah Star Mills drei große Mühlen betrieb.

Postel engagierte sich in seiner neuen Heimat aber nicht nur wirtschaftlich, er war leidenschaftliches Mitglied der um die German Methodist Evangelical Church in Mascoutah, die von ihm mitbegründet wurde. Postel gehörte der Partei der Republikaner an und hatte ein sehr gutes Verhältnis zu Abraham Lincoln. Er wurde zwischen 1881 und 1883 sogar republikanischer Abgeordneter in der Illinois General Assembly. Philipp H. Postel starb als reicher Mann 1907 in seiner Heimat Mascoutah.

Nachweise

Nachweise

Redaktionelle Betreuung: Yves V. Grossmann

Verwendete Literatur:

  • Braswell, David M.: Philipp H. Postal – Immigrant, Pionner, Miller, In: Pfälzer – Palatines, Beiträge zur pfälzischen Ein- und Auswanderung sowie zur Volkskunde und Mundartforschung der Pfalz und der Zielländer pfälzischer Auswanderer im 18. und 19. Jahrhundert, hrsg. von Karl Scherer, Kaiserslautern 1981, S. 273 –289.
  • Snyder, Thomas S.: Mascoutah – Postcard History Series, Charleston 2010.

Erstellt: 01.08.2011